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Das Geschäft mit den Waffen läuft: Deutschland liefert 21% mehr Rüstungsgüter

Zwei Kampfpanzer der Bundeswehr vom Typ "Leopard 2A6" und ein Schützenpanzer "Puma", 6.12.2018
Zwei Kampfpanzer der Bundeswehr vom Typ "Leopard 2A6" und ein Schützenpanzer "Puma", 6.12.2018   -   Copyright  Philipp Schulze/dpa via AP
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Die gute Nachricht: die weltweiten Rüstungsexporte haben in den vergangenen fünf Jahren nicht zugenommen. Allerdings haben sie auch nicht wesentlich verringert und bleiben auf einem Niveau, das dem Höchststand seit dem Ende des Kalten Krieges entspricht. Weltweit wurden in den vergangenen Jahren gerade mal 0,5 Prozent weniger an großen Rüstungsgütern verkauft. Das geht aus dem jüngsten Bericht des Stockholmer Internationalen Friedensforschungsinstituts (SIPRI) hervor, das langfristige internationale Trends aufzeigen will.

Zunahme der Rüstungsexporte trotz Export-Stopp an Saudi-Arabien

Für Deutschland lief das Geschäft mit den Waffen in den vergangenen Jahren deutlich besser, und dass trotz eines Waffenexportverbots nach Saudi-Arabien, das seit 2018 gilt. Im Vergleich zu den Jahren 2010-2015 konnten deutsche Firmen zwischen 2016-2020 ihre Rüstungsexporte um ganze 21 Prozent ausbauen. Damit steigt der Anteil deutscher Waffenlieferungen am Weltmarkt von 4,5 auf 5,5 Prozent. Nach dem Wegfall von Saudi-Arabien als wichtigstes Abnehmerland deutscher Rüstungsexporte sind nun Südkorea, Algerien und Ägypten die Hauptabnehmer deutscher Kriegsmaschinerie, die zu mehr als der Hälfte aus Schiffen und U-Booten besteht.

Mit dieser Entwicklung konnte Deutschland seinen Platz 4 unter den "Top 5", zu denen neben den USA und Frankreich auch China und Russland gehören, ausbauen. 76 Prozent des gesamten Waffenmarktes werden von den Top 5 versorgt, wobei den USA der größte Anteil von 37 Prozent zukommt. Dennoch: in den drei westlichen Staaten stieg der Handel mit den Waffen im genannten Zeitraum gehörig, während der Anteil Russlands um 22 Prozent - und der Anteil Chinas um 7,8 Prozent schrumpfte.

Einfluss der Corona-Pandemie?

Welchen Einfluss die Corona-Pandemie langfristig auf die Waffenausfuhren haben wird, ist nach derzeitigem Stand noch nicht absehbar, so SIPRI. Auch auf der Höhe der Corona-Krise 2020 hätten einige Länder große Rüstungsverträge abgeschlossen. Doch Schwankungen auf dem Markt der Waffenexporte sind normal. Ein Grund, warum SIPRI Fünfjahreszeiträume untersucht. Für 2020 konnten die SIPRI-Forscher dennoch einen Trend erkennen: 2020 hatte es weltweit 16 Prozent weniger Rüstungsexporte gegeben als im Vorjahr.

Die meisten der bestellten Waffen gehen dem Bericht zufolge nach Saudi-Arabien, allerdings ist Im Nahen Osten generelle ein Anstieg der Nachfrage zu beobachten. Das Land importiert vor allem aus den USA, das die Hälfte seiner Produkte dorthin verkauft.

Neben Saudi-Arabien gehen die meisten Waffen nach Asien/Ozeanien, darunter Indien, Australien, China, Südkorea und Pakistan. SIPRI-Forscher Siemon Wezeman erklärt, dass es "für viele Staaten in Asien und Ozeanien eine wachsende Wahrnehmung von China als Bedrohung der Haupttreiber für Rüstungsimporte" besteht.

Kritik an deutschen Waffenexporten

Die Organisation Greenpeace übte Kritik an Deutschlands Waffenexporten, die auch an Diktaturen, in Kriegs- und Krisengebiete sowie an Entwicklungsländer verkauft würden. Wenn die Bundesrepublik international Verantwortung übernehmen wolle, müsse sie Exporte in Staaten stoppen, "in denen Militärs und korrupte Politiker auf Kosten der Bevölkerung ihre Aufrüstungsfantasien vorantreiben", erklärte der Greenpeace-Abrüstungsexperte Alexander Lurz. "Im Kampf gegen die Corona-Pandemie fehlen gerade in den ärmeren Ländern die notwendigen finanziellen Mittel und die sollten nicht für U-Boote und Panzer aus Deutschland verschwendet werden."

Weitere Quellen • SIPRI