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Ablauf gestört? Ungarn schränkt Berichterstattung über Impfungen ein

Präsident Viktor Orban im ungarischen Parlament 2020
Präsident Viktor Orban im ungarischen Parlament 2020   -   Copyright  Tamas Kovacs/MTVA - Media Service Support and Asset Management Fund
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In Ungarn darf künftig nur noch das staatliche und regierungsnahe Medienunternehmen MTVA Impfungen filmen und fotografieren. Begründet wird dies mit angeblicher Störungen während der Impftätigkeit.

Ungarn schränkt die freie journalistische Berichterstattung über die laufende Impfkampagne gegen das Coronavirus ein. Die Krankenhaus-Aufsichtsbehörde in Budapest ordnete in einem Rundbrief am Sonntag an, dass nur noch die staatliche Medienholding MTVA aus Krankenhäusern und Arztpraxen berichten darf. Als Grund wird die mögliche Störung der Abläufe genannt. Es sei aber erlaubt, anderen Journalisten die Aufnahmen kostenlos zur Verfügung zu stellen.

Die Oppositionspolitikerin Krisztina Baranyi, parteilose Bezirksbürgermeisterin in Budapest, hatte den Rundbrief bei Facebook veröffentlicht. Darin begründet die Behörde die Zutrittsbegrenzung für Medien damit, dass diese die Impftätigkeit stören würden. Diese Einschränkung erlebte bereits am Sonntag ein Journalist in der südwestungarischen Stadt Nagykanizsa. Er wollte sich selbst fotografieren lassen, während er geimpft wurde. Dies wurde ihm aber unter Berufung auf die Neuregelung verboten, wie das regierungsfreundliche Nachrichtenportal "index.hu" berichtete.

Die rechtsnationale Regierung Ungarns hat inzwischen größtenteils die Kontrolle über die Medien in dem EU-Land übernommen. Unabhängige Berichterstattung wird durch zahlreiche Einschränkungen erschwert.

Wegen dieser restriktiven Medienpolitik steht Ministerpräsident Viktor Orban international in der Kritik.