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George Floyd-Prozess: Derek Chauvin verweigert Aussage

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George Floyd-Prozess: Derek Chauvin verweigert Aussage
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Im Prozess um die Tötung des Afroamerikaners George Floyd hat der angeklagte weiße Ex-Polizist Derek Chauvin die Aussage verweigert. Er gab an, dies aus freien Stücken entschieden zu haben, so Chauvin auf die Nachfrage des Richters Peter Cahill.

In US-Gerichten haben Angeklagte das Recht, die Aussage zu verweigern, um sich nicht selbst zu belasten. Im Hauptverfahren in Minneapolis waren zwei Wochen lang Zeugen der Anklage angehört worden. Die Verteidigung erklärte die Anhörung ihrer Zeugen am Donnerstag nach nur zwei Tagen für beendet.

Damit ist der Weg frei für Abschlussplädoyers am Montag. Im Anschluss daran wird sich die Jury beraten, um über Schuld oder Unschuld Chauvins zu befinden. Dem Ex-Polizisten drohen bis zu 40 Jahre Haft. Chauvin hatte zu Beginn des Verfahrens auf nicht schuldig plädiert.

Der 46-jährige George Floyd war im Mai vergangenen Jahres in Minneapolis bei einer brutalen Festnahme ums Leben gekommen. Videos dokumentierten, wie Polizisten den unbewaffneten Mann zu Boden drückten. Chauvin presste dabei sein Knie rund neun Minuten lang in Floyds Hals, während dieser flehte, ihn atmen zu lassen. Floyd verlor der Autopsie zufolge das Bewusstsein und starb.

Chauvins Verteidiger und Experten argumentierten, dass Floyds Tod nicht primär auf Gewalteinwirkung zurückgehe, sondern vor allem auf dessen vorbelastete Gesundheit und Rückstände von Drogen in seinem Blut. Experten der Staatsanwaltschaft wiesen dies klar zurück.

Ein Lungenspezialist etwa erklärte, Floyd sei an den Folgen von Sauerstoffmangel gestorben. Der niedrige Gehalt an Sauerstoff habe Hirnschäden verursacht und Floyds Herz zum Stillstand gebracht. Der Polizeichef von Minneapolis, Medaria Arradondo, bezeichnete Chauvins Gewaltanwendung als unverhältnismäßig und vorschriftswidrig.