Eilmeldung
Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

"Blutrünstiger Fanatismus": Trauerfeier für getötete Polizistin

euronews_icons_loading
"Blutrünstiger Fanatismus": Trauerfeier für getötete Polizistin
Copyright  Ludovic Marin/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved
Schriftgrösse Aa Aa

Eine Woche nach der Messerattacke von Rambouillet hat Frankreich der 49-jährigen Polizeimitarbeiterin gedacht, die bei dem Angriff von einem mutmaßlichen Terroristen getötet wurde.

Premierminister Jean Castex sagte bei der Trauerfeier: "Am vergangenen Freitag kurz nach 14 Uhr, war Stephanie Monfermé an ihren Arbeitsplatz im Dienst ihrer Mitbürger zurückgekehrt, als ein Mann aus dem Nichts auftauchte und sie mit einer Grausamkeit und Entschlossenheit ermordete, die erschaudern lässt.

"Islamistischer Terrorismus ist nichts anderes als blutrünstiger Fanatismus."
Jean Castex
Frankreichs Premierminister

Warum dieser Hass eines Mannes auf eine Frau, die er nicht kannte? IslamistischerTerrorismus ist nichts anderes als blutrünstiger Fanatismus. Dieser Fanatismus hat uns den Krieg erklärt, aber es ist ein Krieg von Feiglingen." Der Ermordeten wurde posthum die Ehrenlegion verliehen.

Der Tod der Mutter zweier Kinder hat in Frankreich für großes Entsetzen gesorgt. Viele PolizistInnen waren bei der Zeremonie anwesend. Ein Kollege sagte: "Du wirst für immer in unseren Herzen bleiben. Du sollst wissen, dass wir immer für deine Familie da sein werden."

Die Zeremonie fand am Tag nach Beerdigung der Polizeimitarbeiterin im privaten Familienkreis statt. Emmanuel Macron war zugegen.

Tanzen war nach Angaben ihrer Angehörigen ihre große Leidenschaft. Die Mutter zweier Töchter im Alter von 13 und 18 Jahren tanzte gerne und so oft wie möglich. Sie war Präsidentin des Tanzvereins "Saint-Léger Western".

Angreifer innerhalb weniger Monate radikalisiert

Der mutmaßliche Täter war am 23. April in die Polizeiwache eingedrungen und hatte mit einem Messer auf die Polizeimitarbeiterin eingestochen, sie erlitt Verletzungen an Hals und Unterleib, denen sie erlag. Er selbst wurde noch am Tatort von einem Polizisten erschossen.

Inzwischen wissen die Ermittler mehr über den Angreifer, einen 36-Jährigen, der aus Tunesien stammt. Er weise Persönlichkeitsstörungen auf und habe sich innerhalb weniger Monate radikalisiert.

Nach Angaben der Anti-Terror-Staatsanwaltschaft ist dies der 17. islamistische Terroranschlag seit 2014 in Frankreich gegen Sicherheitskräfte.

Viele fühlten sich an den Mord am Lehrer Samuel Paty erinnert, der im vergangenen Herbst auf offener Straße von einem Islamisten enthauptet worden war. Der Fall hatte international Entsetzen ausgelöst.