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Premiere: Air France fliegt mit Frittenfett nach Montréal

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Von Cornelia Trefflich mit AFP, dpa
Airbus A350 wird mit Biosprit aufgetankt, 18.05.2021
Airbus A350 wird mit Biosprit aufgetankt, 18.05.2021   -   Copyright  AP Photo/Christophe Ena
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Ein war vor allem ein symbolischer Schritt, mit dem Air France-KLM, der Energiekonzern Total, der Flugzeugbauer Airbus und Flughafenbetreiber ADP den Langstreckenflug von Paris nach Montréal feierten.

Der Grund: die Maschine hatte unter anderem nachhaltiges Speiseöl getankt, das aus Abfällen und Speiseresten gewonnen wurde. Allerdings machte dieses gerade mal 16 Prozent des Kraftstoffs aus, der dem Kerosin beigemischt wurde.

Reduzierung der CO2-Emissionen um 15 Prozent

Nach Angaben der beteiligten Unternehmen konnten die CO2-Emissionen bei dem Flug um 20 Tonnen reduziert werden, das entspricht rund 15 Prozent der gesamten Emissionen. Es sei eine Premiere auf einem Langstreckenflug, hieß es von den Konzernen.

Die Verringerung des CO2-Fußabdrucks sei unweigerlich mit einer Preissteigerung verbunden, wie der Chef von Total, Patrick Pouyanné bei der Pressekonferenz am Flughafen Roissy bei Paris warnte:

"Man braucht nicht zu träumen und glauben, dass die Energie- und ökologische Wende keine Auswirkungen auf den Preis haben wird. Davon ist man weit entfernt."

Biokraftstoff aus Frittenfett bald Pflicht auf ausgehenden Flügen

Der sogenannte Sustainable Aviation Fuel (SAF) oder Biokraftstoff wird vornehmlich aus nicht mehr genutzten Pflanzen- und Speiseölen hergestellt. Der Biosprit von Total stammt aus der erst kürzlich umgebauten Raffinerie La Mède in der südfranzösischen Region Bouches-du-Rhône und kostet derzeit in der Produktion viermal mehr als fossile Kraftstoffe. Die besondere Herausforderung bei Biokraftstoff für Flugzeuge ist, dass sie den sehr niedrigen Temperaturen in Flughöhe standhalten müssen.

"Die Herausforderung besteht darin, mehr davon zu produzieren, um den Preis zu senken", schrieb der Beigeordnete Minister für Verkehr, Jean-Baptiste Djebbari auf Twitter.

Ab 2022 will Frankreich auf allen ausgehenden Flügen 1% Biokraftsoff beimischen, ab 2025 sollen es 2% und ab 2030 5% werden. Die jüngste Generation an Flugzeugtriebwerken kann allerdings schon bis zu 50% mit Biosprit betankt werden, und Airbus strebt an, diese Menge auf 100% zu erhöhen.

Zusätzliche Kosten für Biosprit?

Doch allein 1% Biosprit im Tank stelle die Fluggesellschaften, die auf französischem Boden operieren, vor zusätzliche Kosten von 100 Millionen Euro, stellt Total-Chef Pouyanné klar. Für die Kunden würde das für einen Langstreckenflug von Paris nach Montréal eine Ticket-Preiserhöhung von 5 Dollar bedeuten.

AP Photo/Christophe Ena
Air France-KLM-Chef Benjamin Smith (rechts), Total-Chef Patrick Pouyanné (Mitte) und ADP-Chef Augustin de Romanet bei der Pressekonferenz auf dem Flughafen Roissy, 18.05.2021AP Photo/Christophe Ena

Djebbari zeigte sich optimistisch und versprach staatliche Unterstützung bei der Erhöhung der Biokraftstoffproduktion.

"All den Zögerlichen, all den Skeptikern, all denen, die denken, dass der einzige Weg für die Luftfahrt, die Umwelt nicht zu verschmutzen, darin bestünde, nicht mehr zu existieren, zeigen wir, dass es einen anderen Weg gibt", erklärte Djebbari.

Total strebt eine jährliche Produktion von 200.000 Tonnen Biokraftstoff bis zum Jahr 2025 an, gegenüber 20.000 Tonnen derzeit.