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Vor Maas-Besuch in Nahost: Hamas schließt Waffenruhe nicht aus

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Von Euronews mit dpa
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Vor Maas-Besuch in Nahost: Hamas schließt Waffenruhe nicht aus
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Seit elf Tagen nimmt die Gewalt in Nahost kein Ende. Heute reist der deutsche Außenminister Heiko Maas in die Region, um den Weg für einen Waffenstillstand zu ebnen.

Netanjahu lässt Biden abblitzen

Der Vermittlungsversuch von US-Präsident Joe Biden blieb zuvor ohne Erfolg. Am Telefon hatte er Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu zu einer „deutlichen Deeskalation“ gedrängt. Doch der will hart bleiben.

"Ich schätze die Unterstützung des amerikanischen Präsidenten, unseres Freundes Joe Biden für die Selbstverteidigung des Staates Israel", so Netanjahu in einer Fernsehansprache. Er sei entschlossen, die Operation fortzusetzen, bis das Ziel erreicht sei: "Den Bürgern Israels, Frieden und Sicherheit zu geben."

Es war das vierte Telefonat zwischen Netanjahu und Biden innerhalb weniger Tage. Im In- und Ausland wächst der Druck auf den US-Präsidenten, eine härtere Gangart gegen den Verbündeten Israel einzuschlagen.

227 Tote in Gaza

Denn die Zahl der zivilen Opfer in Gaza steigt. Mindestens 227 Menschen sind laut Gesundheitsministerium bereits getötet worden – fast die Hälfte davon seien Kinder und Frauen.

Auch der Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen geht weiter. Hamas-Sprecher Hazem Qassen sagt, Israel lasse ihnen keine andere Wahl: "Alle Bemühungen, die Situation zu beruhigen, scheitern an der Haltung Israels. Es gibt Bemühungen von allen Seiten, aber die Israelis bleiben stur und entschlossen, weitere Verbrechen zu begehen."

Ein anderes Hamas-Führungsmitglied stellte dagegen eine baldige Feuerpause in Aussicht. "Ich denke, dass es in den nächsten zwei Tagen wahrscheinlich eine Waffenruhe geben wird. Gott weiß, wann die Vermittler eine Einigung erzielen können", zitierten israelische Medien Mussa Abu Marzuk.

Die Bedingung sei allerdings, dass Israel den ersten Schritt mache. Doch danach sieht es derzeit nicht aus, denn Israel fordert das Gleiche von der Hamas.

Maas trifft Netanjahu und Abbas

Deutschlands Außenminister Heiko Maas besucht Israel und die Palästinensischen Gebiete zehn Tage nach der Eskalation des Konflikts zwischen Israel und militanten Palästinensern. Am 10. Mai hatten die heftigen Raketenangriffe der islamistischen Hamas auf Jerusalem und andere Städte begonnen. Darauf reagierte Israel mit massiven Bombardements von Hamas-Zielen im Gazastreifen.

Maas betonte, er wolle bei seinen Gesprächen ausloten, wie ein Weg zurück zu Friedensverhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern geebnet werden kann - "auch wenn das derzeit meilenweit entfernt scheint", sagte er. "Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit sind ein Sicherheitsproblem. Israelis und Palästinenser brauchen wieder eine Perspektive für eine friedliche Zukunft." Sonst sei die nächste Eskalation nur eine Frage der Zeit.

Unter anderen will Maas sich mit Netanjahu, Außenminister Gabi Aschkenasi, Verteidigungsminister Benny Gantz und Präsident Reuven Rivlin treffen. In den Palästinensischen Autonomiegebieten steht ein Gespräch mit Präsident Mahmud Abbas auf dem Programm. Zusammen mit Aschkenasi will Maas in Petach Tikwa, einer Stadt im Großraum Tel Aviv, auch ein Gebäude besichtigen, in das vergangene Woche eine Rakete eingeschlagen ist.