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2.500 Neuinfektionen bei EM-Spielen, und das noch vor dem Finale

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Von Euronews mit AP
Italienische Fußballfans in London, 6.7.2021
Italienische Fußballfans in London, 6.7.2021   -   Copyright  Thanassis Stavrakis/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved
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Noch vor dem Ende der Fußball-EM hat die europäische Gesundheitsagentur (ECDC) einen Anstieg bei den Corona-Neuinfektionen in Zusammenhang mit den Fußball-Spielen festgestellt. Nach drei Wochen des Turniers seien mehr als 2.500 Fälle in sieben Ländern registriert worden, die sich auf Turnierbesuche der EM zurückführen lassen. Die EU-Behörde machte deutlich, dass Großveranstaltungen mit Menschenmassen ein hohes Risiko bergen, sich anzustecken.

In Deutschland hatte die UEFA-Entscheidung bei den Finalspielen 45.000, bzw. 65.000 Menschen im Stadion zuzulassen, Anlass zu Kritik gegeben. Nicht nur Horst Seehofer bezeichnete die Entscheidung volle Stadien zuzulassen als "absolut verantwortungslos". Auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte bei ihrem Besuch in Großbritannien geäußert, dass sie 60.000 Fans im Stadion "sorgenvoll und skeptisch" beurteile.

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Italienische Fußballfans beim Halbfinal-Spiel Spanien gegen Italien, 6.7.2021Justin Tallis/AP

Zwar besteht zumindest theoretisch eine Testpflicht für die Besucher der Fußball-Spiele, allerdings müssen die Fußball-Fans dieses nur online angeben. Eine tatsächliche Überprüfung findet nicht statt. In Großbritannien sollen die letzten Corona-Regeln ab dem 19. Juli wegfallen, und das, obwohl die Delta-Variante sich derzeit weiter ausbreitet. Zuletzt waren nach offiziellen Angaben 32.548 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet worden, ein Anstieg von 42,8 Prozent im Vergleich zur Vorwoche. Dabei sind mehr als 64 Prozent der Briten inzwischen zweimal geimpft.

Die meisten Neuansteckungen im Zusammenhang mit Fußball-Turnieren hatte es nach den Spielen der schottischen Mannschaft in Glasgow und in London gegeben. Insgesamt steckten sich 1991 Menschen in diesem Zeitraum an. 436 finnische Fans infizierten sich offenbar mit dem Virus bei einem Spiel ihrer Mannschaft im russischen St. Petersburg. Weitere Fälle wurden aus Dänemark, Frankreich, Schweden, Kroatien und den Niederlanden bekannt.

Unklar bleibt unterdessen, wo sich die Fans angesteckt haben. Die europäische Gesundheitsagentur zieht dafür neben den Stadien und Fan-Zonen auch private Treffen und Reisen in Betracht. Die Behörde warnte davor, dass die Reiserückkehrer das Infektionsgeschehen in ihren Heimatländern negativ beeinflussen könnten.

AP Photo/Frank Augstein, Pool
Dicht gedrängt und kaum Abstand vor dem Achtelfinalspiel England gegen Deutschland, 29.06.2021AP Photo/Frank Augstein, Pool

Die ECDC-Direktorin Vicky Lefevre erklärte, dass es eine "politische Entscheidung [sei], welches Risiko man bereit ist zu tolerieren." Sie warnte davor, dass man bei kontinuierlicher Lockerung bei steigenden Infektionszahlen wieder in eine Situation wie im Herbst 2020 käme. Die Untersuchungen des ECDC rund um die Fußball-EM begannen eine Woche vor Turnierbeginn und enden eine Woche nach dem Endspiel.