Eilmeldung
Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

Delta-Variante schon dominant und 40% aller Infizierten wissen nichts

Access to the comments Kommentare
Von Euronews mit dpa, RKI
Am Hauptbahnhof in Frankfurt
Am Hauptbahnhof in Frankfurt   -   Copyright  Michael Probst/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved
Schriftgrösse Aa Aa

Eine neue Studie der Universität Mainz, für die 10.250 Personen regelmäßig untersucht wurden, ist zu erstaunlichen Ergebnissen gekommen. So wissen laut der "Gutenberg Covid-19 Studie" 40 Prozent der Infizierten gar nicht, dass sie sich mit dem Coronavirus angesteckt haben. Mit einer derart hohen Dunkelziffer hatten die Forscherinnen und Forscher nicht gerechnet.

Dabei wissen ältere Menschen öfter nichts von ihrer Ansteckung als jüngere.

Kinder sind keine Treiber der Pandemie

Zudem kommt das Forschterteam um Prof. Dr. Philipp Wild zu der Erkenntnis, dass Kinder - auch in ihren Familien - das Coronavirus kaum weiterverbreiten.

Für das Ansteckungsrisiko ist aber laut Gutenberg-Studie die Anzahl der in einem Haushalt lebenden Personen von Bedeutung: So liegt der Anteil einer SARS-CoV-2-Infektion bei Haushalten, in denen vier oder mehr Personen zusammenleben, verglichen mit Zwei-Personen-Haushalten um etwa 30 Prozent höher.

Über das Risiko, dass Kinder das Coronavirus verbreiten, wird seit Beginn der Pandemie immer wieder kontrovers diskutiert.

Menschen mit niedrigerem sozioökomischen Status sind eine besonders schutzbedürftige Gruppe. Sie haben ein höheres Infektionsrisiko – nicht aufgrund ihres Verhaltens, sondern eher wegen ihrer Lebensverhältnisse - beispielsweise durch prekäre Wohnverhältnisse. In dieser Gruppe gibt es ein 1,6-fach erhöhtes Infektionsrisiko.

Einfache Corona-Regeln sind sinnvoll

Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, die die Studie mit in Auftrag gegeben hatte, sagte dazu: "Menschen, die häufiger Maske getragen oder sich häufiger an die Abstandsregeln gehalten haben, haben sich im Rahmen der Studie auffällig seltener infiziert. Das bestätigt auch, dass unser Schwerpunkt in Rheinland-Pfalz mit Maske und Co. eine richtige Entscheidung war und mit Sicherheit zur Reduktion der Infektionszahlen deutlich beigetragen hat“.

Delta-Variante laut RKI in Deutschland jetzt bei 59%

Wie Expertinnen und Experten vorausgesagt hatten, ist die Delta-Variante auch in Deutschland jetzt vorherrschend.

Auf einer im Internet veröffentlichten Mitteilung des Robert Koch-Instituts heißt es: "Seit Ende Juni 2021 ist die Variante Delta (B.1.617.2) mit einem Anteil von 59% die dominierende SARS-CoV-2-Virusvariante in Deutschland. Ihre Verbreitung seit März 2020 hat die Variante Alpha (B.1.1.7), die sich zuvor, in den ersten Monaten 2021 in Europa stark ausgebreitet hat, verdrängt. Der Anteil von Alpha (B.1.1.7) beträgt nur noch 33 %, d.h. diese Variante wird zur Zeit in jeder dritten Proben nachgewiesen. In Deutschland ist keine starke Ausbreitung der Varianten Beta (B.1.351) und Gamma (P.1) zu beobachten, ihr Anteil war in den letzten Wochen konstant niedrig (ca. 1%)."