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Hochwasser: Mindestens 100 Tote - mehrere Häuser in Erftstadt eingestürzt

Von Euronews mit dpa
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Hochwasser: Mindestens 100 Tote - mehrere Häuser in Erftstadt eingestürzt
Copyright  Thomas Frey/dpa via AP
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In Erftstadt bei Köln entwicklet sich die Hochwasserlage dramatisch. Durch massive und schnell fortschreitende Unterspülungen sind hier mehrere Häuser teilweise oder ganz eingestützt.

Es seien Todesopfer zu beklagen, teilte die Bezirksregierung Köln mit. Aus den Häusern kamen zuvor Notrufe. Viele Menschen waren trotz Warnungen zurück in das hochgefährliche Gebiet und in ihre Häuser zurückgekehrt oder haben sie gar nicht erst verlassen, teilte die Bezirksregierung Köln mit.

Die eingestürzten Häuser sind im Ortsteil Erftstadt-Blessem. Etliche Personen werden hier vermisst. Viele Menschen befinden sich aktuell noch in ihren Häusern. Die Evakuierung ist schwierig, weil die meisten Gebäude sind nur mit dem Boot erreichbar sind.

Mindestens 100 Tote - Suche nach Dutzenden Vermissten

Mindestens 100 Menschen sind bei der verheerenden Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ums Leben gekommen. In Rheinland-Pfalz kamen in den Fluten mindestens 50 Menschen ums Leben, in Nordrhein-Westfalen waren es mindestans 43.

Die Zahl dürfte sich angesichts einer hohen Zahl von Vermissten noch erhöhen. Allein in Rheinland-Pfalz wird nach Polizeiangaben nach fast 100 Menschen gesucht.

Das sagten die Vertreter im Regierungsbriefing an diesem Freitag Mittag:

Die Bergungsarbeiten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz gehen weiter. In Nordrhein-Westfalen ist die Rurtalsperre übergelaufen, im Unterlauf der Ruhr ist mit weiteren Überschwemmungen zu rechnen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sicherte Hilfen beim Wiederaufbau zu. "Ich trauere um die, die in dieser Katastrophe ihr Leben verloren haben, noch wissen wir die Zahl nicht, aber es werden viele sein. Manche in den Kellern ihrer Häuser, manche als Feuerwehrleute bei dem Versuch, andere in Sicherheit zu bringen. Und ihren Angehörigen gilt meine tief empfundene Anteilnahme", so Merkel.

Im Kreis Bad Neuenahr-Ahrweiler werden rund 1.300 Menschen vermisst, wie die Kreisverwaltung am Abend mitteilte. Eine Sprecherin verwies darauf, dass viele Menschen wegen des lahmgelegten Mobilfunknetzes nicht erreichbar seien. "Wir hoffen, dass sich das klärt", sagte sie zu der hohen Zahl.

Belgien - kritische Lage entlang der Maas

Auch in Belgien sind Rettungskräfte im Einsatz, um Menschen aus ihren Häusern zu holen. Entlang der Maas wurden einige Gemeinden vorbeugend evakuiert. Eine Frau aus Chenée in der Nähe von Liège sagt: "Ich habe alles verloren. Ich wohne im Erdgeschoss und da ist alles zerstört. Es war schwer, ich musste die Tür des Vogelkäfigs von meiner Mutter öffnen, damit der Vogel entkommen konnte, aber meine drei Katzen sind noch da oben."

Niederlande - Königspaar in Limburg

In den Niederlanden besuchte das Königspaar die betroffenen Hochwassergebiete in der Region Limburg nahe der deutschen Grenze. Die Flüsse haben in der Region Rekordpegelstände erreicht. Tausende Menschen wurden aufgefordert, ihre Häuser bis mindestens Freitagnachmittag zu verlassen, weil weiterer Regen vorhergesagt wurde.

Italien - Hagelstürme und Schlammlawinen

Die Unwetter haben auch Norditalien erreicht. Schwere Hagelstürme und starke Winde verursachten Schlammlawinen und ließen Bäume auf Dächer stützen.

In der Stadt Arsiero wurde ein Restaurant unter einer Schlammlawine begraben. Andere Gebiete, die von dem schlechten Wetter betroffen waren, waren die italienischen Regionen Piemont, Aostatal und Toskana. Die Region Venetien befürchtet man, dass der Hagelsturm viele Trauen zerstört hat und die Weinlese im Herbst gefährdet sein könnte.

In der Region Lombardei musste ein Verkehrsflugzeug unmittelbar nach dem Start zum Mailänder Flughafen Malpensa umkehren, weil der Hagelsturm Schäden auf den Tragflächen und an der Pilotenkabine verursacht hatte.