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WHO Europa-Chef Hans Kluge im Interview: Beim Impfen nicht nachlassen

Von Foteini Doulgkeri
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WHO Europa-Chef Hans Kluge
WHO Europa-Chef Hans Kluge   -   Copyright  Andreea Alexandru/ Associated Press
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Über die Hälfte der Erwachsenen in der EU sind vollständig gegen das Coronavirus geimpft - trotzdem warnt Hans Kluge, Europachef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) davor, jetzt bei den Impfungen nachzulassen. Die Regierungen müssten im Gegenteil alles versuchen, um die Bevölkerung an die Nadeln zu bringen, sagte er im Interview mit euronews auf einem WHO-Gipfel zu den psychischen Folgen der Corona-Krise in Athen.

Kluge: "Die WHO unterstützt jede Maßnahme, die zu mehr Impfungen führt, so lange diese im gesetzlichen Rahmen ist und gesellschaftlich akzeptiert wird. Eine Impfpflicht sollte nicht die erste Wahl sein, zuerst sollten wir versuchen, die Gründe der Menschen zu verstehen und auf die Menschen zu gehen, die zögern, sich impfen zu lassen."

Suche nach Ursprung des Virus: "Normal, wenn so etwas Zeit braucht"

Bei der laufenden Suche nach dem Ursprung des Sars-CoV-2-Virus bat Kluge um Geduld. Ein WHO-Team war dazu erstmals im Januar nach China gereist, nachdem Peking dies lange verzögert hatte. "Alle Optionen sind auf dem Tisch und müssen untersucht werden, aber wir sollten nicht vergessen, dass die Suche nach dem Ursprung des MERS oder SARS1-Virus ein bis zweieinhalb Jahre gedauert hat", so der Belgier. "Es ist also normal, wenn so eine Untersuchung etwas Zeit braucht."

Ein Sprecher der chinesischen Regierung erklärte zuvor, dass China sich gegen die Pläne der WHO zu einer Labor-Inspektion in Wuhan stelle. Es gebe Berichte über Covid-19 Fälle aus der zweiten Jahreshälfte 2019 in den USA und anderen Ländern. Die Suche nach dem Ursprung des Virus sei ein komplexes wissenschaftliches Problem. China hatte zuvor die Theorie gestreut, dass das Virus auch aus einem Labor des US-Militärs entwichen sein könnte.