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Kochsalzlösung statt Impfschutz: 8.500 Geimpfte womöglich betroffen

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Von Euronews mit DPA / EBU
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Impfzentrum Landkreis Friesland
Impfzentrum Landkreis Friesland   -   Copyright  EBU
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Der Impfskandal im Landkreis Friesland im Nordwesten Deutschlands zieht immer weitere Kreise. Dort soll eine Krankenschwester im Frühjahr vorsätzlich Kochsalzlösung statt Impfstoff verabreicht haben.

Zunächst war nur von sechs Fällen die Rede, inzwischen geht es um mehr als 8500 Menschen, die womöglich ganz oder teilweise keinen Impfschutz erhalten haben.

Laut Polizei bestehe der Verdacht der "bewussten Manipulation" durch eine Impfgegnerin. Darauf lassen Posts in den sozialen Medien schließen, so Peter Beer von der Polizei Wilhelmshaven.

Vor der Tat impfkritische Kommentare

"Einmal haben wir aus dem Ende des letzten Jahres einen Facebook-Kommentar, in dem die Beschuldigte sich zu diesem Thema recht umfangreich ausgelassen hat. Und dann gab es unmittelbar vor der Tat am 21.4. Meiner Erkenntnis nach drei oder vier Whatsapp-Nachrichten an bestimmte Personen, die das zumindest zulassen ließen, im Rückschluss."

Die Impfaffäre war durch eine Mitarbeiterin des Zentrums aufgeflogen, die beobachtet hatte, wie die Tatverdächtige sechs Spritzen mit Kochsalzlösung befüllte - angeblich, um ein Missgeschick mit einer zerbrochenen Impfampulle zu vertuschen, wie sie zunächst erklärte.

Doch die Behörden glauben, dass deutlich mehr Menschen eine Impfung ohne Wirkstoff bekommen haben. In dem betreffenden Zeitraum wurden 9.673 Personen als geimpft registriert. Die Betroffenen werden nun gebeten, sich noch einmal impfen zu lassen.

Nachholtermine unbedingt wahrnehmen

Claudia Schröder vom niedersächsischen Krisenstab unterstreicht: "Es geht keinerlei Gefährlichkeit von dieser Wiederholungsimpfung aus und deswegen können wir allen nur raten, sich wirklich sicherheitshalber noch mal impfen zu lassen."

Unter den Geimpften waren offenbar viele MitarbeiterInnnen aus dem Pflegebereich. Das Gesundheitsamt empfiehlt, die Nachholtermine unbedingt wahrzunehmen, nur dann sei ein vollständiger Impfschutz gewährleistet.

Die Betroffenen sollen eine Benachrichtigung erhalten. Zudem wurde eine Bürger-Hotline unter der Nummer (0800) 0 00 51 60 sowie eine FAQ-Info-Seite eingerichtet.