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Bayern: 1.300 Jahre altes Kindergrab durch Schockfrosten geborgen

Blick in die Grabkammer, Tussenhausen
Blick in die Grabkammer, Tussenhausen Copyright BLfD
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Von Euronews mit dpa
Zuerst veröffentlicht am
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Die Funde im Grab seien seit fast 1.300 Jahren nahezu unverändert geblieben, weil die Decke und Wände aus Stein die Grabkammer so dicht abgeschlossen hätten.

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Die Funde im Grab seien seit fast 1.300 Jahren nahezu unverändert geblieben, weil die Decke und Wände aus Stein die Grabkammer so dicht abgeschlossen hätten.

Archäologen haben ein frühmittelalterliche Kindergrab in Bayerisch-Schwaben erstmals mit Schockfrost-Technik geborgen. Wie das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege am Mittwoch berichtete, wurde die von der Behörde neu entwickelte Methode am Montag zum ersten Mal  angewandt. 

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Das als Block freigelegte und mit Holzplatten geschützte Grab wird mit Flüssig-Stickstoff Lage für Lage vereist, Tussenhausen.BLfD

Die Wissenschaftler haben den Grabkammerinhalt Lage für Lage mit Wasser benetzt und diese mit Flüssig-Stickstoff schockgefrostet.

In einem Neubaugebiet im Landkreis Unterallgäu wurde das Grab auf diese Weise komplett inklusive des Erdreichs aus dem Boden gehoben. Durch das Einfrieren des Grabes sollte verhindert werden, dass die Funde bei der Bergung verrutschen und beschädigt werden.

Auf das Grab waren die Archäologen erst in der vergangenen Woche gestoßen.

Ein schützender Eispanzer als Verpackung

Der schockgefrostete Block wurde dann zu den Restaurierungswerkstätten der Bamberger Außenstelle der Landesbehörde transportiert, wo das Grab vorläufig weiter gekühlt wird.

In dem Grab aus dem 7. Jahrhundert befand sich das Skelett eines Jungen, der gemeinsam mit einem Hund bestattet wurde. Ein Schwert und ein mit Goldbeschlägen verzierter Waffengurt in dem Grab lassen darauf schließen, dass es sich um ein Kind aus wohlhabenden Kreisen handelte.

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Blick in die Grabkammer, Tussenhausen.BLfD

Die Funde seien in einem „hervorragenden Zustand“ für die damalige Zeit, betonte die Behörde. „Für uns ist diese Bestattung ein Glücksfall, vor allem, weil so viele Stoffreste erhalten sind", sagte der Generalkonservator Mathias Pfeil. Sie könnten interessante Einblicke in die frühmittelalterliche Modewelt geben. 

"Forschungen in den letzten Jahren lassen erahnen, welche Bedeutung hochwertige Textilien und verziertes Leder für die Darstellung des Status im Frühmittelalter hatten. Von den nun geborgenen Funden erwarten wir uns neue Erkenntnisse zu den damals verwendeten Textilien und ihre Trageweise", erklärte Mathias Pfeil in einer Mitteilung. 

Zu den weitere Grabbeigaben gehören Armreifen aus Silber, Sporen und ein Bronzebecken. Das Alter des bestatteten Kindes kann erst nach weiterführenden Untersuchungen festgestellt werden, genauso wie die Todesursache.

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