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Rätselraten um tödliche Explosionen in serbischer Waffenfabrik

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Von Julika Herzog  & Stefan Goranović  mit dpa
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Rätselraten um tödliche Explosionen in serbischer Waffenfabrik
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Die Rauchwolken waren kilometerweit in fast allen Teilen von Belgrad zu sehen. Bei mehreren Explosionen in einer Waffenfabrik in Serbien sind zwei Menschen ums Leben gekommen, 16 wurden verletzt.

Zum Zeitpunkt der ersten Explosion hatten sich etwa 40 Arbeiter in der Fabrik aufgehalten. Die Feuerwehr rückte mit 11 Fahrzeugen an und versuchte das Feuer einzudämmen, um weitere Explosionen zu verhindern.

Milos Majstorovic, Feuerwehrkommandant Belgrad berichtet: "Wir haben die notwendigen Kräfte zum Einsatzort geschickt. Bei unserer Ankunft stellten wir fest, dass es in einem 240 Quadratmeter großen Lager für Raketentreibstoff eine Explosion gegeben hat, in der 500 Raketen mit 30 kg Treibstoff gelagert wurden. Es gab ein Feuer, das gelöscht wurde und wir sorgen derzeit für die Sicherheit unserer Mitbürger vor Ort."

Die meisten der Verletzten erlitten Verbrennungen unterschiedlichen Grades, viele waren giftigen Dämpfen ausgesetzt.

Das Unternehmen Edepro, dem die Fabrik in Leštane gehört, war im vergangenen Jahr in den Medien. Aserbaidschanische Quellen behaupteten, dass die armenische Armee Waffen dieses Unternehmens verwendet hätte.

"Dieses Unternehmen ist wirklich ein regionaler Marktführer in der Herstellung von Raketen- und Turbojet-Triebwerken. Sie haben mit Motoren für verschiedene Raketen, kleineren Drohnen und Raketentreibstoffen verschiedenster Art und für diverse Verwendungszwecke angefangen", erzählt Petar Vojnovic, der Herausgeber von Tangosix, ein auf die Luftfahrt spezialisiertes Magazin.

Die Hintergründe und genauen Ursachen der gestrigen Explosionen werden noch untersucht. Es ist die dritte Explosion in einer Rüstungsfabrik in Serbien in diesem Jahr. Im Juni hatte es innerhalb von zwei Wochen mehrere Explosionen in einem Werk im zentralserbischen Cacak gegeben. Damals waren zwei Menschen verletzt worden.

Die letzte große Explosion in dem Werk in Lestane gab es 2008, damals mit drei Verletzten.