Lirakrise: Proteste und Forderungen nach Neuwahlen

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Von euronews
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Lag der monatliche türkische Nettomindestlohn im Januar noch bei umgerechnet 340 Euro, ist dasselbe Einkommen in Lira heute nur noch 200 Euro wert. Präsident Erdogan weigert sich, irgendeine Verantwortung für den Einbruch der Lira zu übernehmen.

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In Ankara und Istanbul setzen sich die Proteste gegen gegen die wirtschaftliche Lage im Land fort. Am Dienstag war die türkische Lira infolge der Geldpolitik von Präsident Recep Tayyip Erdogan schlagartig um knapp 20 Prozent auf ein Allzeittief gefallen. 

Erdogan besteht auf sinkende Zinssätze, da er die ungewöhnliche Ansicht vertritt, hohe Zinssätze seien gleichbedeutend mit hoher Inflation. Seit 2019 hat Erdogan drei Zentralbankchefs gefeuert, der Leitzins wurde mehrfach gesenkt. Damit wachsen Zweifel an der Unabhängigkeit der Notenbanker, die bereits eine weitere Leitzinssenkung im Dezember diskutieren. 

Das offizielle Inflationsziel der Türkei liegt bei fünf Prozent, real lag sie aber im letzten Monat bei fast 20 Prozent. Die türkische Opposition will nicht bis 2023 warten und fordert vorgezogene Neuwahlen.

Jeden Tag fragen wir uns, wie ich meine Miete bezahle, komme ich bis zum Ende des Monats über die Runden, wie teuer wird es morgen im Supermarkt.

Der rasante Anstieg des Dollars, die Wirtschaftskrise, die uns trifft, die Preiserhöhungen für alles, das führt zu einem Abschmelzen unserer Gehälter.
Ayse Demirel und Olcay Keten
Lehrer

Lag der monatliche Nettomindestlohn im Januar noch bei umgerechnet 340 Euro, ist dasselbe Einkommen in Lira heute nur noch 200 Euro wert.

Die Flucht aus der Lira hält an, über die Hälfte aller Einlagen bei türkischen Banken sind jetzt Fremdwährungen.

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