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2022: Quo Vadis Europa?

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Von Manuela Scarpellini
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2022: Quo Vadis Europa?
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2021, ein Jahr, geprägt von einer Pandemie, Lockdowns, Krisen, Ängsten und Protesten. Europa will mehr Gewicht in der Welt, kämpft aber nach innen mit Nationalismus, internen Konflikten und der Migrationskrise. Wirtschaftlicher Aufschwung und nachhaltiges Wachstum sind die Ziele für das kommende Jahr. Was wird die Entwicklung in 2022 bestimmen?

Covid-19 wird uns weiter begleiten

Covid-19 wird uns weiter begleiten, der Wettlauf zwischen Mensch und Virus hat den Weg für eine Impfpflicht geebnet. Die absehbar dominante Omikron-Variante verbreitet sich rasant, aber die Krankheit könnte milder verlaufen – bis zur nächsten Variante. Aber die mRNA Technologie erleichtert die Anpassung von Impfstoffen, während mehr antivirale Medikamente kommen.

Frankreich übernimmt die Ratspräsidentschaft

Frankreich übernimmt am 1. Januar den Vorsitz im Rat der Europäischen Union - zum ersten Mal seit 14 Jahren. Präsident Emmanuel Macron will Spuren hinterlassen in Europa, im April aber wird gewählt in Frankreich, viel Zeit bleibt ihm nicht. Mitte des Jahres übernimmt dann schon Tschechien, das nach dem Abgang von Premierminister Babis einen EU freundlichen Nachfolger hat. Der verändert das Gleichgewicht in der Visegrád-Gruppe, die grundlegende Konflikte um die Werte der Union ausgelöst hat.

Wie umgehen mit der Migration nach Europa?

Der Umgang mit der Migration spaltet die Mitgliedstaaten. Die Grenze zu Belarus ist ein Krisenherd, das seit fünf Jahren laufende Flüchtlingsabkommen mit der Türkei muss neu verhandelt werden. Griechenland, Italien und Spanien tragen nach wie vor die Hauptlast, die meisten kommen weiter über das Mittelmeer, oft mit tödlichem Ausgang.

Wahlen in Portugal, Frankreich und Ungarn

Portugal wird ein neues Parlament wählen, nachdem die sozialistische Minderheitsregierung ihren Haushalt nicht durchbekommen hat. Die rechtsextremen dürften auch in Portugal zulegen.

In Frankreich entscheiden die Wähler zwischen dem Europäer Macron und rechtem Nationalismus. Auch wenn Macron seine Kandidatur noch nicht bestätigt hat, seine Gegner aus dem konservativen bis Rechts-nationalen Spektrum laufen sich schon warm.

Seit 2010 heisst der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán. Aber auch er muss sich Wahlen stellen, und die bisher zersplitterte Opposition hat sich zm Kampf gegen Chef der rechtspopulistischen Fidesz-Partei unter dem Banner "Bewegung für ein Ungarn für alle" geeint.

Die Staatsverschuldung wächst, gleichzeitig fehlt der Konsum

Wirtschaftlich wir die europäische Agenda 2022 von den Folgen der Covid-Pandemie bestimmt sein. Die Verschuldung zu Eindämmung der Pandemiefolgen ist immens, zugleich fehlt der Konsum. Auf diesen "Frühlingseffekt" setzten die Wirtschaftsweisen für 2022. Es bleibt abzuwarten, ob das Virus mitspielt.

Was - recht sicher - 2022 passieren wird

  • Februar: Olympischen Spiele in China: Peking wird die erste Metropole sein, die sowohl die Sommer- als auch Winterspiele ausrichtet. Die USA führen einen diplomatischen Boykott an.
  • Mai: Nach dem Sieg von Måneskin in Rotterdam wird der Eurovision Song Contest im italienischen Turin stattfinden.
  • Im Juni feiert Queen Elizabeth die zweite zum 70ten mal ihre Thronbesteigung - ein monarchisches Platinjubiläum.
  • Das Weltwirtschaftsforum hat sein jährliches Treffen in Davos wegen der Omicron- Ausbreitung vom Januar auf den Frühsommer verschoben.
  • Das 17. Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der G20 findet im Oktober im indonesischen Bali statt. Motto: Recover Together, Recover Stronger Motto: Gemeinsam erholen, stärker erholen
  • November: Die COP 27, die UN Konferenz zum Klimawandel, wird im ägyptischen Sharm El-Sheikh stattfinden
  • November: Bei den Zwischenwahlen in den USA hoffen die Demokraten, ihre knappe Mehrheit in Senat und Repräsentantenhaus zu halten.
  • Im November beginnt die umstrittene Fußballweltmeisterschaft im Golfstaat Katar - die erste in der arabischen Welt.
  • Im Dezember findet der Europäische Filmpreis im isländischen Reykjavik statt.

Journalist • Richard Good