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Geraubte Jugend: Kinderarbeiter in Syrien

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Von Yousef Gharibi, Sabine Sans
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Sie sind die schwächsten Opfer des Kriegs: syrische Mädchen und Jungen sind mit ihren Familien vor den Bomben geflohen und enden als billige Arbeitskraft.

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Vor dem Ausbruch des Bürgerkrieges hat das Bildungswesen in Syrien funktioniert. Man verzeichnete eine Einschulungsrate von beinahe 100 Prozent von Kindern im Grundschulalter. Der Krieg hat alles verändert. Kinderarbeit ist auch in Syrien verboten, aber die Schattenwirtschaft floriert, Kinder müssen mitverdienen, damit die Familie überlebt.

Mitten in einem Industriegebiet im syrischen Idlib baut Ibrahim einen schweren Motor auseinander. Mit ölverschmierten Händen und gekrümmtem Rücken versucht der 13-Jährige, den Anweisungen seines Chefs zu folgen. Er arbeitet täglich von 7 bis 19 Uhr.

"Ich baue den Motor aus, das Automatikgetriebe, die Zylinderkopfdichtung, was immer mein Chef mir sagt", erzählt Ibrahim Saaed. "Manchmal, wenn die Schrauben sich schwer lösen, rufe ich meinen Chef, damit er mir hilft. Ich möchte auch in Zukunft als Mechaniker arbeiten und mein eigenes Geschäft haben. Ich habe meine Ausbildung nicht beendet, weil die Schulen nicht richtig funktionieren."

Das Bildungswesen in Syrien ist zusammengebrochen

60 Prozent der Kinder im Nordwesten Syriens gehen nicht zur Schule, nur ein Drittel der Einrichtungen ist voll funktionsfähig.

Das dringlichste Problem ist die Entlohnung der Lehrer. Sie werden aufgrund fehlender Mittel seit Monaten nicht bezahlt.

Aufgrund der Bombardierung durch Russland und das Assad-Regime sind viele Menschen geflohen, 90 Prozent der Syrer leben in Armut. Viele Kinder haben keine andere Wahl, als zu arbeiten und ihre Familien zu unterstützen.

"Die Bombardierung zwang uns, unsere Häuser im Regen zu verlassen, wir leben jetzt in Lagern", erzählt Ibrahim Saaed. _"Manchmal behalte ich 10 oder 20 türkische Lira, den Rest gebe ich meinem Vater; ich bekomme 100 Lira pro Woche."
_

Das sind umgerechnet weniger als ein Euro pro Stunde.

Kinderarbeit - ein Mittel zum Überleben

Kinderarbeit ist für viele Familien in der Region ein Mittel zum Überleben. Laut UNICEF-Schätzungen ist der Bedarf an humanitärer Hilfe in Syrien seit 2020 um 27 Prozent gestiegen. Kinder arbeiten in allen Bereichen, oft sind ihre Aufgaben anstrengend, manche sogar gefährlich. Der Krieg raubt ihnen nicht nur ihre Jugend, sondern auch ihre Zukunft.

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