Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

Hongkongs Kliniken an Belastungsgrenze

Access to the comments Kommentare
Von Julika Herzog  mit dpa
euronews_icons_loading
Hongkongs Kliniken an Belastungsgrenze
Copyright  Kin Cheung/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved

Trotz strenger Vorsichtsmaßnahmen kämpft Hongkong zur Zeit mit seiner bisher schlimmsten Corona-Welle, die zu einer Überlastung von Krankenhäusern und Quarantäneeinrichtungen geführt hat, da nach den derzeitigen Regeln jeder Infizierte isoliert werden muss.

Bisher schlimmste Corona-Welle in Hong-Kong

Angesichts rasant steigender Corona-Neuinfektionen kommen Hongkongs Kliniken an die Belastungsgrenze. Zwei Krankenhäuser behandeln deswegen schon Patienten auf Betten im Freien.

Hongkong versucht aber auch angesichts rasant steigender Corona-Fälle an seiner «Null-Corona-Strategie» festzuhalten. Allein am Donnerstag meldeten die Behörden 6116 weitere Infektionen.

Um weiteren Raum zu schaffen, hatte Regierungschefin Carrie Lam angekündigt, dass mindestens 10 000 Hotelräume gebucht werden sollen, um Patienten mit keinen oder nur geringen Symptomen unterzubringen. Zudem wurde erwogen, 3000 öffentliche Neubauwohnungen zur Unterbringung von Infizierten zu nutzen. Kritiker bezweifelten jedoch, dass die zusätzlichen Kapazitäten ausreichen werden. Gesundheitsexperten warnten, dass die Zahl der täglichen Corona-Fälle bis Mitte März pro Tag auf 28 000 steigen könnten.

Alle Einwohner der Sieben-Millionen-Metropole testen?

Wie die Hongkonger «South China Morning Post» berichtete, werde zudem erwogen, die gesamte Bevölkerung der chinesischen Sonderverwaltungsregion zu testen. Demnach könnte jeder der rund 7,5 Millionen Hongkonger in den kommenden Wochen gleich drei Mal auf das Virus getestet werden.

Lange gab es in der Sieben-Millionen-Metropole praktisch keine Infektionen. Ende Dezember verstießen aber zwei Flugbegleiterinnen gegen Corona-Regeln und schleppten das Virus laut Berichten ein. Die Fallzahlen stiegen in den vergangenen Tagen rasant an, nachdem die Behörden die Infektionsketten nicht mehr nachverfolgen konnten. Gerade unter älteren Hongkongern ist die Impfquote niedrig. Sie liegt bei den über 80-Jährigen bei lediglich 22 Prozent.

Nach zwei Jahren weitgehend erfolgreicher Vorbeugung gegen das Virus erreichte die Zahl neuer Infektionen in Hongkong in den vergangene Tagen immer neue Rekordwerte. Dennoch forderte Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping am Mittwoch dazu auf, «alle notwendigen Maßnahmen» zu treffen, um das Virus wieder einzudämmen. Anders als Hongkong hat China seine Null-Covid-Politik bisher weitgehend erfolgreich verfolgen können.