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Lage in Tschernobyl spitzt sich zu: Kiew warnt vor Strahlungslecks

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Von Euronews  mit AFP
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Kontrollraum in Tschernobyl - ARCHIV
Kontrollraum in Tschernobyl - ARCHIV   -   Copyright  Efrem Lukatsky/Copyright 2018 The Associated Press. All rights reserved.

Die Schäden am ehemaligen Atomkraftwerk Tschernobyl sind nach dessen Einnahme durch russische Truppen offenbar schwerwiegender als bislang bekannt. 

Nach der Beschädigung von Leitungen durch russischen Beschuss sei die Stromversorgung zusammengebrochen, erklärte der ukrainische Netzbereiber Ukrenerho. Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba warnte, dass Dieselgeneratoren den Stromausfall nur 48 Stunden lang ausgleichen könnten. Danach würden die Kühlsysteme des Lagers für abgebrannten Kernbrennstoff abgeschaltet, was unmittelbare Strahlungslecks verursachen könnte.Der barbarische Krieg von Wladimir Putin bringe ganz Europa in Gefahr, schrieb Kuleba.

Die internationale Atomaufsichtsbehörde IAEO in Wien hatte zuvor lediglich mitgeteilt, dass die direkte Verbindung zu Überwachungssystemen auf der Anlage abgebrochen sei. Auch die neue Entwicklung beurteilt die IAEO anders. Aufgrund ausreichend großer Kühlbecken (für abgebrannte Brennelemente) gebe es auch ohne Strom keine kritischen Auswirkungen.

Ferner stellte die IAEO fest, die Situation der 210 Mitarbeiter auf dem Gelände habe sich vor allem durch Versorgungsengpässe verschlechtert. Unter russischer Führung gebe gebe es keine Schichtwechsel mehr.

Weil beim Einmarsch Russlands Panzer und andere Militärfahrzeuge in der Region unterwegs waren, wurde Ende Februar durch aufgewirbelten Staub eine erhöhte Radioaktivität in Tschernobyl registriert. Der Chef der internationalen Atomenergiebehörde will eigentlich vor Ort am havarierten AKW mit Vertretern Russlands und der Ukraine sprechen.

International beunruhigte auch der Beschuss der Atomanlage Saporischschja im Osten der Ukraine.