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Aus der Mücke einen Elefanten gemacht? Moderna ruft 764.000 Impfdosen wegen "Fremdkörper" zurück

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Von Euronews  mit Le Parisien/EFE
US-Biologe untersucht eine Mücke in Salt Lake City (August 2019)
US-Biologe untersucht eine Mücke in Salt Lake City (August 2019)   -   Copyright  AP Photo/Rick Bowmer

Eine neue, ziemlich peinliche Panne für Moderna: Wegen der Entdeckung einer Stechmücke in einer Impfampulle in Spanien musste der US-Hersteller eine Rückrufaktion für 764.900 Impfdosen gegen das Coronavirus einleiten. Das Insekt wurde in einem Fläschchen in einem Impfzentrum im spanischen Malaga entdeckt, wie die Nachrichtenagentur EFE berichtet.

Verunreinigung durch einen "Fremdkörper"

Der Rückruf wurde am vergangenen Freitag von der spanischen Agentur für Arzneimittel und Gesundheitsprodukte (AEMPS) angekündigt unter dem Verweis auf die Verunreinigung durch einen "Fremdkörper" ohne weitere Details zu nennen.

Die Charge stammt aus einer Fabrik des spanischen Konzerns Rovi in San Sebastián de los Reyes, in der Nähe von Madrid. Dort werden die Impfdosen abgefüllt und verpackt, die Impfstoff-Ampullen selbst werden in der Schweiz hergestellt.

Rückruf in 5 Ländern

Die Dosen wurden neben Spanien auch nach Norwegen, Schweden, Polen, Portugal geliefert, die nun vom Rückruf betroffen sind. Der Versand soll im Januar erfolgt sein. Die norwegischen Behörden gaben als erste den Grund für die Rückrufaktion bekannt.

"Die vorläufige Schlussfolgerung von Moderna ist, dass es sich bei dem Fremdkörper um ein kleines Insekt, eine Mücke, handelt, das während der Produktion in die Flasche gelangt ist und bei den Kontrollmaßnahmen nicht entdeckt wurde", schreiben die norwegischen Behörden.

Um Schadensbegrenzung bemüht, gaben Moderna und Rovi noch am selben Tag eine gemeinsame Erklärung ab, in der es hieß: "Das betroffene Fläschchen wurde nicht verabreicht (...) und zur forensischen Untersuchung zurückgeschickt sowie eine Untersuchung wurde eingeleitet (...) Bei Personen, die Dosen aus der zurückgerufenen Charge erhalten haben, wurden keine Sicherheitsprobleme gemeldet," hieß es weiter in dem Schreiben mit dem Verweis darauf, dass bereits 900 Millionen Dosen dieses Impfstoffs weltweit verimpft worden seien.

Bereits der 2. Rückruf wegen Rovi

Dies ist der zweite Vorfall im Zusammenhang mit dem von Rovi in Spanien abgefüllten Moderna-Impfstoff. Ende August waren in Chargen des Moderna-Covid-Impfstoffs Verunreinigungen entdeckt worden. Die Untersuchungen ergaben, dass es sich dabei um Edelstahlpartikel handelte, die durch "Reibung zwischen zwei Metallteilen, die aufgrund einer fehlerhaften Montage in das Verschlussmodul der Produktionslinie" verursacht wurden.

Japan hatte die Verwendung von Impfstoffen aus drei Chargen, die mehr als 1,6 Millionen Dosen umfassten, ausgesetzt, nachdem mehrere Impfzentren gemeldet hatten, dass Fremdkörper in Impfstoffflaschen entdeckt worden waren.

Das japanische Gesundheitsministerium hatte zudem vergangene Woche angekündigt, eine Untersuchung einzuleiten, um die Ursache für den Tod zweier Männer im August zu ermitteln, die eine Impfstoffdosis aus einer der drei zurückgerufenen Chargen erhalten hatten.

In der Erklärung der beiden Unternehmen hieß es, es gebe "keine Beweise" dafür, dass die beiden Todesfälle mit der Verabreichung des Impfstoffs in Zusammenhang stünden.