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Novavax: Überzeugt der 5. Impfstoff gegen Covid-19 in Europa die, die zweifeln?

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Von Euronews  mit AP, FT, Ärzteblatt
Der Impfstoff des US-Pharmakonzerns Novavax
Der Impfstoff des US-Pharmakonzerns Novavax   -   Copyright  Alastair Grant/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved

Ab diesem Montag (21. Februar 2022) wird der Impfstoff des US-Herstellers Novavax gegen Covid-19 in Europa verimpft. Es ist das fünfte von der europäischen Arzneimittelbehörde EMA für Erwachsene zugelassene Vakzin gegen das Coronavirus.

Laut Gesundheitsminister Karl Lauterbach bekommt Deutschland zunächst 1,4 Millionen Dosen und in der Woche darauf rund eine weitere Million. Der Impfstoff Nuvaxovid oder NVX-CoV2373 sollte in mehreren Bundesländern zunächst vor allem ungeimpftem Personal in Krankenhäusern und Pflege-Einrichtungen angeboten werden.

In Österreich - dem westlichen EU-Land mit der niedrigsten Impfquote, aber einer allgemeinen Impfpflicht - hatten sich Zehntausende für eine Impfung mit Novavax vorangemeldet. Das österreichische Gesundheitsministerium hat 750.000 Dosen von Novavax für das erste Quartal 2022 bestellt. Damit sollten laut STANDARD insbesondere Menschen angesprochen werden, die eine Schutzimpfung bisher verweigert haben.

In Frankreich wurden 1,14 Millionen Dosen erwartet. Mehr als 600.000 Dosen davon sollten für die französischen Übersee-Gebiete reserviert werden, wo die Impfquote viel niedriger ist als im Rest des Landes.

Kein wirklicher Totimpfstoff

Nuvaxovid ist ein so genannter Proteinimpfstoff. Anders als die Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna enthält er keine mRNA als Botenstoff, sondern führt das "Spike Protein" in den Körper ein. Transportiert wird das Spike Protein von Adjuvanzien oder Hilfsstoffen - in diesem Fall Saponinen.

Produziert wird das Protein von Nachtfaltern, die zuvor mit einem gentechnisch veränderten Baculovirus infiziert wurden. Laut Expert:innen ist das Vakzin von Novavax - anders als oft gesagt wird - kein wirklicher Totimpfstoff. Aber die Nanopartikel des Impfstoffs enthalten - anders als mRNA-Vakzine - keine Erbsubstanz

"Insgesamt ist das Vakzin recht gut verträglich, vielleicht sogar einen Tick besser als eine mRNA-Impfung. Vor allem Fieber tritt deutlich seltener auf", sagt Markus Zeitlinger, Pharmakologe der Med-Uni Wien, im STANDARD.

Novavax "kann zögerliche Haltung überwinden helfen"

In den USA ist Novavax - anders als in Kanada, Australien, Südkorea ... - bisher noch nicht zugelassen. Doch das Wall Street Journal feiert das Vakzin schon als "New Kid on the Block".

Greg Glenn, der Chef für Forschung und Entwicklung bei Novavax, erklärte laut Financial Times, dass der Impfstoff dazu beitragen könnte, die zögerliche Haltung gegenüber Covid-19-Impfstoffen zu überwinden, da Novavax mit einer traditionellen Methode hergestellt wird und nicht mit der mRNA-Technologie. Diese neue Technik sei zur Zielscheibe für Fehlinformationen von Anti-Impfgegnern geworden. Die proteinbasierte Technologie könnte - so Greg Glenn - einen dauerhafteren Schutz gegen Covid bieten, ohne das Risiko einer Myokarditis - einer Herzerkrankung, die mit mRNA-Impfungen in Verbindung gebracht wird - einzugehen.

Nuvaxovid ist bisher in Europa für Personen ab 18 Jahren zugelassen und sollte in zwei Impfstoffdosen im Abstand von mindestens drei Wochen verabreicht werden.

Das Unternehmen aus Gaithersburg in Maryland strebt eine Erweiterung der Zulassung für Jugendliche an und hat bereits - wie das Ärzteblatt berichtet - eine hohe Schutzwirkung von Nuvaxovid bei Teenagern gemeldet.