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Keine russischen, keine ukrainischen Fahnen: Verbot in Berlin sorgt für Empörung

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Von Julika Herzog  mit dpa, AP
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Ukrainische Flagge vor dem sowjetischen Ehrenmal in Berlin
Ukrainische Flagge vor dem sowjetischen Ehrenmal in Berlin   -   Copyright  Markus Schreiber/AP

Ein Verbot von russischen und ukrainischen Fahnen in Berlin zum Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa am 8. und 9. Mai sorgt für Empörung seitens der Ukraine.

Ukrainische Flaggen von Berliner Polizei konfisziert

Um mögliche Konflikte bei Gedenkveranstaltungen und Kundgebungen zu verhindern, hatte die Polizei in der deutschen Hauptstadt das Verbot sowohl ukranischer als auch russischer Flaggen ausgesprochen und war mit einem Großaufgebot im Einsatz.

Berliner Beamte stellten eine riesige ukrainische Flagge sicher, die Landsleute vor dem sowjetischen Ehrenmal ausgerollt hatten. Wenige Meter entfernt legte der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk gerade einen Kranz nieder.

Diplomatinnen und Diplomaten sowie Weltkriegsveteranen waren von dem Verbot ausgenommen. Botschafter Melnyk, ukrainische Verbände und die Opposition im Abgeordnetenhaus hatten das Fahnenverbot zuvor mit deutlichen Worten kritisiert.

"Ohrfeige für die Ukraine"

Der Außenminister der Ukraine kritisierte Berlin dafür, dass es ukrainische und russische Symbole gleich behandelte. "Friedlichen Demonstranten die ukrainische Flagge wegzunehmen, ist ein Angriff auf alle, die sich der russischen Aggression widersetzen", schrieb er auf Twitter.

Der ukrainische Botschafter in Deutschland Andrij Melnyk sprach im Zusammenhang mit dem Flaggenverbot von einer skandalösen Entscheidung der Polizei Berlin. Diese sei eine Ohrfeige für die Ukraine und ein Schlag ins Gesicht des ukrainischen Volkes.

Weltkriegsgedenkfeiern im Schatten des Ukraine-Krieges

In ganz Deutschland brachte der Ukraine-Krieg am Sonntag zahlreiche Menschen bei sowohl pro-russischen als auch pro-ukrainischen Kundgebungen auf die Straßen.

In Köln versammelten sich am vormittag rund 1.000 Menschen, um gegen Waffenlieferungen nach Kiew zu protestieren und sich mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zu solidarisieren.

Am späten Nachmittag wiederum fand eine pro-ukrainische Demonstration auf der Deutzer Werft statt, zu der 10 000 Menschen angemeldet waren.

Für den Montag 9. Mai waren weitere Gedenkfeiern und Kundgebungen zum Jahrestag des Weltkriegsendes geplant- im Schatten des Ukraine-Krieges.