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"Germany at its worst" SZ-Karikatur von Selenskyj sorgt für Empörung - 10 Tweets

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Von Euronews  mit Twitter
Wolodymyr Selenskyj per Videoschalte beim WEF in Davos
Wolodymyr Selenskyj per Videoschalte beim WEF in Davos   -   Copyright  Markus Schreiber/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved

Die Karikatur des ukrainischen Präsidenten in der Himmelfahrtsausgabe der "Süddeutschen Zeitung" sorgt in den sozialen Netzwerken bei vielen Userinnen und Usern für Empörung. Darauf zu sehen ist - in stark überzeichneter Manier - Wolodymyr Selenskyj, der das World Economic Forum von Davos dominiert. 

Die SZ verteidigt sich auf Twitter mit den Worten, es handle sich um eine zeichnerische Umsetzung der Fernsehbilder vom Montag, als der Präsident der Ukraine per Videoschalte auf dem Wirtschaftsgipfel in der Schweiz seine Rede hielt.

Die Kommunikationsexpertin Johanna Sprondel @jssprondel schreibt auf Twitter: "Ne. Klar. Zeichnerische Umsetzung. Deshalb ändert man die Haltung der Arme und Hände von komplett neutral zu einer aggressiven Geste, lässt den Kopf vorstrecken (den man mal eben zu einer Stürmer-Karikatur des Juden werden lässt) und das WEF wird vom Publikum zu einem Gremium."

"Diese Karikatur ist antisemitisch, völlig unabhängig von der Intention des Karikaturisten."
Marina Weisband
Politikerin und Psychologin

Die Politikerin und Psychologin Marina Weisband - die selbst aus der Ukraine stammt und wie Wolodymyr Selenskyj aus einer jüdischen Familie - erklärt: "Diese Karikatur ist antisemitisch, völlig unabhängig von der Intention des Karikaturisten."

Twitter-User Marc Lestain schreibt, dies sei: "Germany at its worst."

Camilo2010 vergleicht die Karikatur sehr geschickt mit Russlands Propaganda.

Auch der stellvertretende BILD-Chefredakteur und Reporter Paul Ronzheimer denkt an Russlands Strategie: "Diese SZ-„Karikatur“ hätte auch in einer russischen Propaganda-Zeitung oder in einem NPD-Parteiblatt veröffentlicht werden können. Ekelhaft."

Medienexperte Stefan Niggemeier vergleicht die SZ-Karikatur mit antisemitischer Propaganda.

Der ehemalige SPIEGEL-Journalist Nils Minkmar dagegen verteidigt die SZ-Kollegen - ein wenig.

Tom Uhlig zeigt auf, dass schon vorherige Karikaturen desselben Zeichners zumindest grenzwertig waren.

Der Mediziner Marc Hanefeld meint - wie viele andere - die SZ solle sich einfach entschuldigen.