Öl-Embargo gegen Russland: Warum auf Sizilien 3.000 Beschäftigte wohl ihren Job verlieren

Lukoil-Raffinerie bei Syrakus auf Sizilien
Lukoil-Raffinerie bei Syrakus auf Sizilien Copyright Gaetano Adriano Pulvirenti/AP
Von Euronews mit AP, AFP
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Italien hat seit dem Ukraine-Krieg mehr Öl aus Russland importiert als zuvor, doch mit dem EU-Embargo geht das nicht mehr. Und der Lukoil-Raffinerie in Pirolo bei Syrakus (Syracusa) droht das Aus.

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Italien hat in den vergangenen Monaten deutlich mehr Öl aus Russland importiert als vor dem Krieg in der Ukraine - als einziges Land der Europäischen Union. Das meiste russische Öl kommt in Sizilien an und geht an die Lukoil-Raffinerie in Priolo bei Syrakus (ital.: Syracusa).  

Wegen des auf dem EU-Gipfel in Brüssel beschlossenen Öl-Embargos steht diese Raffinerie jetzt vor dem Aus.

Die 3.000 Beschäftigten machen sich Sorgen um ihre Jobs.

Marco Candelargiu, Mitarbeiter der Lukoil-Raffinerie in Syrakus, meint, dass sogar eine noch viel größere wirtschaftliche Katastrophe droht: "Natürlich haben wir Angst um unsere Arbeitsplätze: Wenn Lukoil von hier verschwindet ist ein ganzes Drehkreuz damit verbunden ist. Es gäbe einen Dominoeffekt, der das gesamte System zum Einsturz bringt, die anderen Chemie-Unternehmen, der Hafen alles ist miteinander verbunden. Wir sprechen hier von etwa 10.000 Arbeitsplätzen, die 50 % der Bruttoinlandsprodukts dieser Provinz ausmachen."

Auf Sizilien ist die Arbeitsosenquote bereits jetzt doppelt so hoch wie im Rest Italiens. Die Regierung in Rom und die Behörden vor Ort wollen wegen der Raffinerie einen Katastrophenplan ins Leben rufen.

Anders als andere russische Energiekonzerne wie Rosneft und Gazprom ist Lukoil kein staatliches Unternehmen. Anfang März hatten die Chefs ein sofortiges Ende des Militäreinsatzes in der Ukraine gefordert. 

Ende April war der Gründer von Lukoil Wagit Alekperow als Chef des Konzerns zurückgetreten.

Dass Italien seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine mehr Öl aus Russland bezogen hat als vorher, bezeichnen viele als paradox. Es hat aber auch damit zu tun, dass Unternehmen, die mit Russland in Verbindung gebracht werden - auch wenn sie nicht unter die EU-Sanktionen fallen - kaum noch Kredite bekommen.

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