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Kampf um Industriestadt Sjewjerodonezk: Ukraine hält Chemiewerk Azot

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Von Euronews  mit DPA/AP/AFP
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Schwere Kämpfe um Sjewjerodonezk in der Region Luhansk (8. Juni 2022)
Schwere Kämpfe um Sjewjerodonezk in der Region Luhansk (8. Juni 2022)   -   Copyright  AP Photo/Oleksandr Ratushniak

Im Kampf um die strategisch wichtige Industriestadt Sjewjerodonezk behält die Ukraine nach eigenen Angaben die Kontrolle über das Chemiewerk Azot..

Dort sollen sich rund 800 Menschen in mehreren Bunkern unterhalb des Werks in Sicherheit gebracht haben, darunter etwa 200 Mitarbeitende des Werkes sowie 600 Einwohnerinnen und Einwohner der Industriestadt.

Sjewjerodonezk ist die letzte Großstadt im Gebiet Luhansk, die sich noch nicht vollständig unter russischer und prorussischer Kontrolle befindet. Dem Bürgermeister zufolge kontrollieren ukrainische Truppen gut ein Drittel der Stadt. Sie sei seit rund zwei Monaten ohne Strom und Wasserversorgung.

Leonid Pasetschnik, Anführer der pro-russischen Separatistenregion Luhansk, erklärte: Sjewjerodonezk sei nicht vollständig zu 100% befreit. Ukrainische Truppen befänden sich immer noch im Industriegebiet des Azot-Werks, von wo aus sie die Stadt angriffen. Es sei unmöglich, die Situation in Sjewjerodonezk als ruhig zu bezeichnen, geschweige denn Wiederaufbauarbeiten zu organisieren.

Laut Ukraine: Bisher rund 32 000 getötete russische Soldaten

Der Konflikt in der Ostukraine entwickelt sich zusehends zu einem Artillerie-Duell, bei dem Russland wegen größerer Waffen- und Munitionsbestände einen Vorteil hat, allerdings nach ukrainischen und westlichen Schätzungen auch hohe Verluste erleidet.

Der ukrainische Präsident Selenskyj sprach am Samstag von bisher rund 32 000 getöteten russischen Soldaten. Am Vortag hatte einer seiner Berater die Verluste der ukrainischen Armee seit der russischen Invasion am 24. Februar auf etwa 10 000 Getötete beziffert.

Angst vor Cholera in Mariupol

Der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte teilte mit, dass das russische Militär aufgrund der hohen Verluste in dem Dorf Shebekino in der russischen Oblast Belgorod ein zusätzliches Feldlazarett einrichte.

Mit großer Sorge beobachtet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die katastrophale sanitäre Lage in der von russischen Angreifern schwer zerstörten Hafenstadt Mariupol.

Es bestehe ein hohes Risiko für einen Cholera-Ausbruch, die WHO hat aber bislang keine Meldung von Verdachtsfällen oder bestätigten Fällen erhalten. 

Der vom russischen Militär aus Mariupol vertriebene Bürgermeister Wadym Boitschenko hatte am Samstag die Einrichtung eines humanitären Korridors gefordert.