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Parlamentswahlen in Frankreich: Macrons Lager hauchdünn vor Mélenchons neuem Linksbündnis

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Von Euronews  mit DPA/AFP/AP
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Er wirkte fast ein bisschen überwältigt vom eigenen Erfolg:  Jean-Luc Mélenchon am Wahlabend
Er wirkte fast ein bisschen überwältigt vom eigenen Erfolg: Jean-Luc Mélenchon am Wahlabend   -   Copyright  STEPHANE DE SAKUTIN / AFP

Freude und Applaus bei Frankreichs neuem Linksbündnis NUPES nach der ersten Runde der Parlamentswahlen in Frankreich. Die Mehrparteienallianz um Jean-Luc Mélenchon (25,66 %) liegt fast gleichauf mit dem Mitte-Lager Ensemble von Präsident Macron, das laut vorläufigem Ergebnis auf 25,75 Prozent kommt.

Ein spektakulärer Erfolg für den Alt-Linken Mélenchon, der noch am Wahlabend von einer herben Schlappe für Emmanuel Macron sprach. 

"Zum ersten Mal in der Geschichte der Fünften Republik ist ein erneut gewählter Präsident nicht in der Lage, bei den folgenden Parlamentswahlen eine Mehrheit zu erlangen."
Jean-Luc Mélenchon
NUPES

"Die Wahrheit ist, dass die Präsidentenpartei am Ende dieser ersten Runde besiegt wurde, zum ersten Mal in der Geschichte der Fünften Republik ist ein erneut gewählter Präsident nicht in der Lage, bei den folgenden Parlamentswahlen eine Mehrheit zu erlangen."

Und dennoch dürfte das Linksbündnis wegen des komplizierten französischen Wahlsystems mit nur etwa 150 bis 210 Sitzen bei der zweiten Wahlrunde in einer Woche den Kürzeren ziehen.

Prognosen gehen bei der Sitzverteilung von einer deutlichen Mehrheit für das Bündnis von Macron aus, etwa 255 bis 310 der 577 Sitze. Unklar ist, ob es eine absolute Mehrheit mit mindestens 289 Sitzen erreichen wird.

Macrons Regierungschefin Elisabeth Borne appellierte an die Wählerinnen und Wähler: "Wir haben eine Woche der Mobilisierung vor uns. Eine Woche, um zu überzeugen und eine klare Mehrheit zu erreichen.

Nur diese starke und klare Mehrheit wird es uns ermöglichen, auf die dringenden Bedürfnisse zu reagieren, die das tägliche Leben der Franzosen belasten und die Herausforderungen der Zukunft zu meistern.

Wenn Sie am kommenden Sonntag angesichts der Extreme für die Kandidaten der Präsidentschaftsmehrheit stimmen, ermöglichen Sie es Frankreich, seine Zukunft und seine Werte zu wahren."

"Wenn Sie am kommenden Sonntag angesichts der Extreme für die Kandidaten der Präsidentschaftsmehrheit stimmen, ermöglichen Sie es Frankreich, seine Zukunft und seine Werte zu wahren."
Elisabeth Borne
Französische Regierungschefin

An dritter Stelle steht die rechtsextreme Partei Rassemblement National (RN) von Marine Le Pen mit 18,5-19,7% der Stimmen, Sie kann statt der bislang 8 auf 10 bis 45 Sitze hoffen. Ab 15 Sitzen würde der Block den Fraktionsstatus bekommen.

"Weder für die Zerstörer von oben noch die Zerstörer von unten stimmen"
Marine Le Pen
Rassemblement National

Le Pen rief dazu auf, beim zweiten Wahlgang weder für Macron noch für Mélenchon zu stimmen. "In den Wahlkreisen, die den zweiten Wahlgang als Duell zwischen Macrons Partei République en Marche und der Linkskoalition NUPES projizieren, fordere ich die Wähler auf, weder für die Zerstörer von oben noch die Zerstörer von unten zu stimmen, weder die zu wählen, die Sie Ihrer Rechte berauben wollen, noch die, die Ihnen Ihr Eigentum wegnehmen wollen."

Größter Sieger des ersten Wahlgangs war die Stimmenthaltung: 52% der wahlberechtigten Französinnen und Franzosen blieben den Wahlurnen fern. Ein Negativrekord in der Fünften Republik. Möglichst viele von ihnen zu mobilisieren ist die große Herausforderung für alle Kontrahenten in den kommenden Tagen.