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UN-Drogenbericht: Zahl der Abhängigen in den vergangenen zehn Jahren deutlich gestiegen

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Von euronews
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Heroinsüchtige in Pakistan
Heroinsüchtige in Pakistan   -   Copyright  Fareed Khan/ Associated Press

Die Zahl der Drogenabhängigen ist im letzten Jahrzehnt weltweit um ein Viertel gestiegen, so der jüngste UNO-Drogenbericht.

euronews hat mit Drogenabhängigen in Wien gesprochen. Peter experimentierte bereits als Kind mit den Schlaftabletten seiner Mutter. Mittlerweile ist er seit 20 Jahren morphium-abhängig. Sein Freund Martin nimmt Heroin. "Es wird warm", so Martin. "Man taucht irgendwie ab. Man vergisst den ganzen Stress und so."

"Es ist die einzige Freude die so ein Giftler hat", so Peter. "Ich machs dreimal am Tag. Mit den Jahren wird die Wirkung immer abgeschwächter.

Die beiden werden von der Wiener NGO Volkshilfe beherbergt und versuchen mit einem Substitutionsmittel vom Rauschgift loszukommen. Die Tabletten wirken ähnlich wie Opiate, führen aber nicht zu Rauschzuständen.

Seit der Pandemie änderten viele Länder den Zugang zur Substitutionstherapie. Abhängige können den Rauschgiftersatz mittlerweile zu Hause einnehmen anstatt dafür jedes Mal in die Klinik zu müssen.

Wenn du einmal da drinnen bist - ich sehe es nicht nur bei mir - du kommst da eigentlich nicht mehr raus.
Peter
Drogenabhängiger

Der 51-jährige Peter war bereits fünfmal im Entzug - erfolglos. "Wenn du einmal da drinnen bist - ich sehe es nicht nur bei mir - du kommst da eigentlich nicht mehr raus", sagt er. "Ich würde sagen, von 200 Leuten - die ich auf der Therapie gesehen habe - schaffen es zwei bis drei."

Abhängige Frauen werden seltener behandelt

Laut den Vereinten Nationen wurden zuletzt fast 2.000 Tonnen Kokain produziert, so viel wie noch nie zuvor. Seit einem vorübergehenden Einbruch im Jahr 2014 verdoppelte sich die Herstellung sogar. Die zwei Hauptmärkte sind nach wie vor Europa und Nordamerika.

Erstmals hat die UNODC-Agentur den Drogenkonsum von Männern und Frauen verglichen und stieß dabei auf eine besorgniserregende Dynamik. "Der Zugang zur therapeutischen Behandlung ist für Frauen schwieriger als für Männer", so Angela Me von der UNODC. "Untersuchungen zeigen eine Reihe von Herausforderungen - zum einen das Stigma, zum anderen die Akzeptanz."

Der ungleiche Zugang zum Drogenentzug zeigt sich etwa bei Amphetaminen. Weltweit ist die Hälfte der Konsumenten zwar weiblich, doch nur jede fünfte in Therapie befindliche Person ist eine Frau.