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Gas-Lieferungen: Deutschland wirft Moskau "Machtspiele" vor

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Von Euronews  mit dpa
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Gaspipeline in Deutschland -Symbolbild
Gaspipeline in Deutschland -Symbolbild   -   Copyright  Michael Probst/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved

Nachdem der russische Staatskonzern Gazprom die Lieferung von Erdgas über die Pipeline Nord Stream 1 auf 20 Prozent der Maximalkapazität gedrosselt hat, wirft Deutschland Moskau "Machtspiele" vor. Gazprom nannte technische Probleme, darunter die Reparaturen an einer Turbine, als Grund für die reduzierte Liefermenge durch die wichtige Pipeline. Aus Moskau hieß es, der Rückgang der Lieferungen hänge allein mit den technischen Möglichkeiten zusammen.

"Die Turbine ist da. Sie ist gewartet. Unsere kanadischen Partner haben der Auslieferung zugestimmt. Dafür sind wir sehr dankbar. Einem Transport der Turbine steht also aus unserer Sicht nichts im Wege. Was wir hier sehen ist tatsächlich ein Machtspiel und davon lassen wir uns nicht beeindrucken", erklärte Regierungssprecherin Christiane Hoffmann.

Erst am Dienstag hatten sich die EU-Staaten auf einen Notfallplan zum Einsparen von Gas geeinigt. Dieser sieht vor, den nationalen Gasverbrauch bis Ende März nächsten Jahres freiwillig um 15 Prozent zu senken. Laut dem Experten für Energiefragen geht es im Gasstreit auf russischer Seite kaum um die Interessen der Verbraucher:

"Wenn es eine strategische Entscheidung von Gazprom und den russischen Behörden gibt, die Gaslieferungen zu reduzieren und sie keine Eile haben, sich auf Europa zu zu bewegen, um diese Lieferungen zu erhöhen, und wenn es um die Bewaffnung dieses Handels geht... aus meiner Sicht gibt es sicherlich ein solches Element. Wir diskutieren die Situation nicht im Hinblick auf die Auswirkungen auf das normale Leben, sondern im Kontext des großen Konflikts zwischen den Ländern, zwischen dem kollektiven Westen und Russland, den niemand verheimlicht." erklärte Stanislaw Mitrachowitsch, führender Experte des Nationalen Energiesicherheitsfonds und der Finanzuniversität der Regierung der Russischen Föderation

Angesichts der Energiekrise werden Rufe nach einer - wenn auch vorrübergehenden Rückkehr - zur Atomenergie lauter. Doch Experten sind der Meinung, dass erneuerbare Energien - jetzt mehr denn je -die Antwort sein müssen.