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Fassungslose Oder-Anlieger: "Jetzt kommen vielleicht Katatstrophentouristen"

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Von Euronews mit dpa
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Die Oder auf deutscher Seite bei Genschmar
Die Oder auf deutscher Seite bei Genschmar   -   Copyright  Patrick Pleul/(c) Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Das ganze Ausmaß der Umweltkatastrophe offenbart sich, aus der Vogelperspektive betrachtet, erst bei genauem Hinschauen. Eine beispiellose Anzahl toter Fische säumt weiterhin den Flusslauf der Oder in Deutschland und Polen. 

Fachleute wie Michael Tautenhahn vom Nationalpark Unteres Odertal sind in höchster Sorge: "Ich sehe die Tiere sterben, ich weiß, dass die Fischer ihre Existenz verlieren, dass unsere Nationalparkbesucher, die Ihre Natur wild erleben wollen, über Jahre wahrscheinlich weg bleiben werden. Jetzt kommen vielleicht ein paar Katastrophentouristen."

Der Nationalpark Unteres Odertal bei Schwedt ist Deutschlands einziger Flussauen-Nationalpark. Befürchtet wird, dass die Giftstoffe in Kürze flussabwärts auch das Stettiner Haff und somit die Ostsee erreichen.

Die Herkunft und die genaue Art der giftigen Einleitungen sind weiterhin ungeklärt. Fest steht, dass hochgiftiges Quecksilber eine Rolle spielt.

Morawiecki: "Verluste minimieren"

Der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki versuchte bei einem Besuch an der Oder, Optimismus zu verbreiten: "Liebe Landsleute, ich setze mich nicht nur dafür ein, die Schuldigen zu finden und zu bestrafen, sondern auch dafür, diese Verluste so schnell wie möglich zu minimieren und den ursprünglichen Zustand der Oder wiederherzustellen. Ich glaube, dass dies in kurzer Zeit möglich sein wird."

Für Hinweise zur Aufklärung der Katastrophe, die zu Festnahmen führen, sind seitens der polnischen Polizei über 200 000 Euro Belohnung ausgelobt worden. Die polnische Regierung steht unter Druck, weil ihr Versäumnisse und Verzögerungen vorgeworfen werden. So sei etwa die internationale Meldekette bei solchen Zwischenfällen nicht eingehalten worden. 

Erste Hinweise auf ein massives Fischsterben habe es auf polnischem Gebiet bereits Ende Juli gegeben, bestätigte die polnische Regierung.