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Ecuador: Ausnahmezustand nach Bombenanschlag in Guayaquil

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Von Juliane Sprick
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Die Ermittlungen nach der Bombenexplosion in Guayaquil laufen noch.
Die Ermittlungen nach der Bombenexplosion in Guayaquil laufen noch.   -   Copyright  Magdalena Moreira/The Associated Press. All rights reserved

"Plötzlich gab es eine Explosion, eine riesige. Ich dachte erst, es wäre woanders gewesen, weiter von hier. Aber nein, es war hier, wo sie die Bombe gezündet haben", so ein Anwohner im Viertel Cristo del Consuelo in der ecuadorianischen Hafenstadt Guayaquil. Bei einer Explosion kamen dort am Sonntag mindestens fünf Menschen ums Leben, 16 weitere Personen wurden verletzt. Auch mehrere Häuser wurden zerstört.

Der Angriff habe sich, so erklärte das Innenministerium, gegen einen Bewohner des Viertels gerichtet. Der unter dem Decknamen "Cucaracha" bekannte Mann habe Verbindungen zu einer kriminellen Bande, die mit Drogen handelt.

Die Regierung verhängte den Ausnahmezustand über die Stadt. Ab sofort sollen alle verfügbaren Sicherheitskräfte eingesetzt werden, um die Kontrolle über die Stadt wieder herzustellen.

Die Bewohner des Viertels versuchend derweil noch die Situation zu verstehen: "Es wird immer schlimmer, das Problem wird immer grösser. Es ist die erste Explosion, aber auch sonst haben wir regelmässig Morde", so ein Mann der in der Nähe des Explosionsortes wohnt.

Nicht zum ersten Mal Ausnahmezustand

Die Regierung sieht die Explosion als "Kriegserklärung" gegen den Staat: "Wir werden nicht zulassen, dass das organisierte Verbrechen das Land regiert", schrieb Präsident Guillermo Lasso auf Twitter. Es ist nicht das erste Mal, dass die Regierung verstärkt die Polizei patrouillieren lässt.

Erst im April hatte Lasso den Ausnahmezustand für die Provinz erklärt, nachdem es in der Nähe von Gefängnissen mehrere Explosionen gegeben haben soll. Ein Großteil des Drogenhandels in Ecuador wird mutmaßlich aus den Gefängnissen heraus organisert, aber er hinterlässt seine Spuren auch in den Wohnvierteln Guayaquils.