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WHO warnt vor Affenpocken: Impfungen sind kein Allheilmittel

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Von Euronews  mit dpa
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Impfungen gegen Affenpocken in Miami Beach, USA
Impfungen gegen Affenpocken in Miami Beach, USA   -   Copyright  Lynne Sladky/AP Photo

Die Affenpocken bleiben ein weltweites Problem – die Zahl der Fälle ist in der vergangenen Woche weiter gestiegen. Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtet, werden fast alle Infektionen in Europa und dem amerikanischen Kontinent registriert.

"Mehr als 35.000 Fälle von Affenpocken wurden aus 92 Ländern und Regionen gemeldet, erklärte WHO-Generaldirektor Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus. Fast 7500 Fälle in der vergangenen Woche, ein Anstieg von 20 Prozent gegenüber der Vorwoche.

WHO: Nicht nur auf Impfschutz verlassen

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation habe es außerhalb Afrikas, wo das Virus seit Jahren vorkommt, insgesamt zwölf Todesfälle im Zusammenhang mit Affenpocken gegeben.

Die WHO warnt nach Meldungen von Impfdurchbrüchen außerdem davor, Impfungen als Allheilmittel zu betrachten. Es gebe noch keine überprüften Studien zur Zuverlässigkeit. Meldungen legten nahe, dass man sich nicht auf den Impfschutz alleine verlassen sollte.

Impfdurchbrüche ein Problem

Bei randomisierten kontrollierten Studien werden Teilnehmer per Zufall in zwei Gruppen geteilt und unterschiedlich behandelt, zum Beispiel eine mit dem Medikament, die zweite mit einem Scheinmedikament ohne Wirkstoff. Erst aus der Auswertung solcher Studien lassen sich Schlüsse über die Wirksamkeit einer Substanz ziehen.

"Wir haben von Anfang an gewusst, dass dieser Impfstoff kein Allheilmittel sein würde, dass er nicht alle Erwartungen erfüllen würde, die in ihn gesetzt werden", sagte WHO-Affenpocken-Expertin Rosamund Lewis. Das sei aber auch nicht zu erwarten gewesen. Impfdurchbrüche würden sowohl bei Menschen gemeldet, die nach einem möglichen Kontakt mit einem Infizierten geimpft wurden als auch bei jenen, die sich vorsorglich hatten impfen lasse, so Lewis.

3213 Fälle in Deutschland bekannt

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) erfolgt eine Grundimmunisierung für Erwachsene, die in der Vergangenheit keine Pockenimpfung erhalten haben, mit zwei Impfstoffdosen Imvanex im Abstand von mindestens 28 Tagen.

Während die erste Impfstoffdosis bereits einen guten Basisschutz vermittle, diene die zweite Dosis dazu, die Dauer des Impfschutzes zu verlängern. Bei Menschen, die in der Vergangenheit gegen Pocken geimpft worden seien, reiche eine Impfstoffgabe aus.

Laut RKi sind in Deutschland bislang 3213 Fälle der Krankheit gemeldet worden. Zuletzt waren auch Kinder daran erkrankt.