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Bekenner-Video: Putin-Unterstützerin von Untergrund-Gruppe getötet?

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Von Verena Schad  mit The Guardian, AP, dpa
Daria Dugin
Daria Dugin   -   Copyright  Twitter

Für den Autobombenanschlag nahe Moskau, bei dem die Tochter des rechtsnationalen Ideologen Alexander Dugin getötet wurde, ist möglicherweise eine russische Partisanengruppe verantwortlich.

Der frühere russische linke Abgeordnete Ilja Ponomarjow behauptet, dass eine neue Untergrundgruppe aus russischen Partisanen hinter dem Anschlag stecken sollen. Der heute in der Ukraine lebende Ex-Politiker sprach am Sonntagabend in einem von ihm mitbegründeten russischsprachigen, oppositionellen TV-Sender von einem aufgetauchten Bekenner-Video. Darüber berichtet unter anderem der britische Guardian.

2014 war Ponomarjow der einziger Abgeordneter im russischen Parlament gegen die Annexion der Krim gestimmt hatte.

Bezogen auf das tödliche Autobomben-Attentat an die Journalistin und Politologin Darya Dugina sagte Ponomarjow: „Diese Aktion wurde wie viele andere Partisanen-Aktionen, die in den letzten Monaten auf dem Territorium Russlands durchgeführt wurden, von der 'Nationalen Republikanischen Armee' verübt.“

Der Anschlag sei ein Racheakt für den Tod von 50 ukrainischen Asow-Kämpfern gewesen, die vor wenigen Wochen in einem Kriegsgefangenenlager im besetzten Teil der Ukraine mutmaßlich in die Luft gesprengt wurden.

Ponomarjow hat Teile des mutmaßlichen Bekenner-Videos, die Rahmen der TV-Sendung gezeigt werden, auf seinem Youtube-Kanal veröffentlicht (auf russisch):

"Putin wird von uns gestürzt und vernichtet werden"

Ponomarjow in der TV-Sendung aus einem angeblichen Manifest der Gruppe. "Armut und Särge für die einen, Paläste für die anderen – das ist die Essenz seiner Politik. Wir glauben, dass entrechtete Menschen das Recht haben, sich gegen Tyrannen aufzulehnen. Putin wird von uns gestürzt und vernichtet werden."

Ponomarjow Fehde mit Putin ist allgemein bekannt. Seine Behauptung, es gebe eine aktive einheimische Untergrundbewegung, die versucht, prominente Befürworter des Krieges, Abgeordnete und Oligarchen zu ermorden, würde, wenn sie wahr ist, eine dramatische Eskalation bedeuten. 

Russische Ermittler hatten nach dem Anschlag von einem geplanten Aufragsmord gesprochen. Mehrere russische Politiker machten aber die Ukraine für den Tod von Dugins Tochter verantwortlich.

Dazu erklärte der Berater des ukrainischen Präsidenten, Mychajlo Podoljak, die Ukraine sei kein krimineller Staat und habe mit der Explosion nichts zu tun.

Die 29-Jährige Daria Dugina galt als glühende Verfechterin des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Sie stand nach Berichten Moskauer Medien auf der Sanktionsliste Großbritanniens wegen der Verbreitung von Propaganda und Falschnachrichten über die von Kremlchef Wladimir Putin am 24. Februar befohlene Invasion.

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