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London steht still und trauert, aber es gibt auch geteilte Meinungen

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Von Euronews
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London trauert
London trauert   -   Copyright  AP

Hunderte Menschen haben sich die ganze Nacht über vor dem Buckingham-Palast versammelt, um der Königin zu gedenken. In London haben die Kaufhäuser zu Ehren der Monarchin geschlossen, in der Stadt gibt es kein anderes Thema, vieles steht still. Die Meinungen dazu gehen auseinander.

"Das Leben geht weiter", meint ein Mann im Stadtbezirk Hackney. "Aber viele Leute tragen schwarz, ich auch, wie Sie sehen. Man sieht viele traurige Gesichter, vor allem bei den älteren Leuten."

"Ehrlich gesagt, bin ich nicht wirklich traurig", sagt eine Frau. "Ich bin eher der Meinung, dass wir unsere Monarchie abschaffen müssen. Sie ist so weit weg von unserer Erfahrung, der Erfahrung der schwarzen Briten."

Neben der Begeisterung für die Monarchie gibt es auch Kritik an ihr, besonders unter der schwarzen Bevölkerung. Für einen Aufschrei sorgte ein Tweet der US-Professorin Dr. Uju Anya. „Ich habe gehört, dass die oberste Monarchin eines diebischen, vergewaltigenden Völkermordimperiums endlich stirbt. Mögen ihre Schmerzen unerträglich sein.“

Twitter entfernte den Beitrag zwar, aber war bereits rasend schnell verbreitet. Die deutsche Autorin Jasmina Kuhnke twitterte: „Dear white Europeans, ist euch eigentlich klar, dass Schwarze nicht trauern, wenn ein Kolonisator stirbt? Sie ist alt genug. Lasst sie und das ganze koloniale System endlich in Frieden gehen!“

Überall in Großbritannien wurde mit Kanonensalven Tribut gezollt, von Belfast bis nach Edinburgh. In der schottischen Hauptstadt, einer Bastion der Unabhängigkeit, wurde die Rede von Karl III. mit Interesse verfolgt.

In der Westminster Abbey, wo Charles im nächsten Jahr gekrönt werden soll, läuteten die Glocken 96 Mal, für jeden Geburtstag der Queen. Im Vereinigten Königreich beginnt nach 70 Jahren eine neue Ära.

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