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100 km/h zu schnell: Prozessauftakt neun Jahre nach Zugunglück von Santiago de Compostela

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Von euronews
Aufnahme des Unfallortes am 25. Juli 2013
Aufnahme des Unfallortes am 25. Juli 2013   -   Copyright  AP Photo   -  

Neun Jahre nach einem der schwersten Zugunglücke in der Geschichte Spaniens hat in Santiago de Compostela das Gerichtsverfahren begonnen. Angeklagt sind der Lokführer sowie der damalige Sicherheitsbeauftragte der Eisenbahngesellschaft Adif.

Das Verfahren ist der größte Prozess in der Geschichte Galiciens, es wurde eigens ein Kulturzentrum zu einem Gerichtssaal umgebaut.

Die Staatsanwaltschaft fordert für beide Beschuldigten vier Jahre Haft und ein Berufsverbot. Geklärt werden soll, warum der Zug die zulässige Höchstgeschwindigkeit um fast 100 Kilometer pro Stunde überschritt, als er in der Nähe von Santiago de Compostela in einer von einer Betonmauer eingefassten Kurve entgleiste. Die Unfallstelle war nicht mit Signalen und Warnhinweisen ausgestattet, zudem lag für die Kurve kein Gefahrenbericht vor.

80 Tote, 145 Verletzte

Der Lokführer muss sich den Fragen nach einem Anruf stellen, den er kurz vor der Entgleisung entgegennahm. Ebenfalls verhandelt wird über Entschädigungsforderungen von insgesamt 58,6 Millionen Euro.

Bei dem Unfall des Hochgeschwindigkeiszugs am 24. Juli 2013 kamen 80 Menschen ums Leben, 145 wurden verletzt. Opfervereinigungen beklagten, die gerichtliche Aufarbeitung komme zu spät, viele Überlebende seien in der Zwischenzeit gestorben.