Europol warnt: "Welle von Kokain" schwappt über Europa

Drogenrazzia im Hafen von Antwerpen am 17. 08.2022
Drogenrazzia im Hafen von Antwerpen am 17. 08.2022 Copyright Virginia Mayo/Copyright 2022 The AP. All rights reserved
Von Euronews
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Kriminelle Banden seien besser vernetzt als zunächst angenommen. Der Handel mit Kokain verursache auch eine zunehmende Gewaltbereitschaft.

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Nach Erkenntnissen der EU-Polizeibehörde Europol wird Europa von einer Welle von Kokain überrollt. Das Problem sei größer und schwerwiegender als zunächst angenommen. 

Die einzelnenen Netzwerke des organisierten Verbrechens arbeiteten besser zusammen als gedacht und es gebe zusehends mehr gewaltbereite Netzwerke für Kokainhandel, sagte der Kommunikationsdirektor der Behörde, Ja Op Gen Ooorth bei einer Pressekonferenz: "In den letzten vier Jahren haben wir in Westeuropa jedes Jahr Rekorde bei den Beschlagnahmungen erlebt, wobei im Jahr 2021 mindestens 240 Tonnen Kokain beschlagnahmt wurden, wahrscheinlich sogar noch mehr. Das ist also eine Menge Kokain auf dem Markt."

Wachsendes Milliardengeschäft

Laut Europol werden in Europa jährlich 5,7 Milliarden Euro durch Handel mit Kokain erwirtschaftet. In einem EU-Bericht vom Mai hieß es, dass der Kokain- und Methamphetaminhandel die Gewaltbereitschaft auf dem gesamten Kontinent anheize und der Markt wachse.

Mit der Unterstützung von Europol gelang Fahnderinnen und Fahndern in Spanien Ende September ein Schlag gegen ein großes Drogen-Netzwerk. Die hauptsächlich von Menschen aus Syrien geleitete Organisation soll jährlich rund 300 Millionen Euro gewaschen haben. Im Zentrum der Geschäfte stand allerding nicht Kokain, sondern Cannabis.

Herkunft Südamerika

Kolumbien ist nach wie vor der größte Kokainproduzent, aber auch Peru und in geringerem Maße Bolivien beginnen, viel Kokain zu produzieren. Nach Angaben des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung wurden 2021 in Kolumbien 204.000 Hektar Kokaplantagen auf einer Fläche von 204 000 Hektar identifiziert. Das entspreche einem Anstieg von 43 Prozent gegenüber 2020. Auch die Kokainproduktion habe zugenommen.

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