Belgien besorgt um Erschwinglichkeit der Leib- und Magenspeise

Die legendären belgischen Fritten: doppelt frittiert und deshalb energieintensiv
Die legendären belgischen Fritten: doppelt frittiert und deshalb energieintensiv Copyright Cleared
Von Aida Sanchez Alonso
Diesen Artikel teilenKommentare
Diesen Artikel teilenClose Button
Den Link zum Einbetten des Videos kopierenCopy to clipboardCopied

Teurere Fritten "dramatisch" für Belgier sagt Verbandschef. "Wir haben eine emotionale Beziehung zu unseren Pommes".

WERBUNG

Brot, Bier – und Fritten. Wenn die Preise für eines dieser drei Lebensmittel steigen, sind die Belgier unter den ersten, die das in ihrem Geldbeutel spüren. Vor allem bei den berühmten belgischen Pommes Frites.

Da sie zweimal frittiert werden, verbrauchen sie viel Energie. Angesichts der hohen Energiepreise und der Inflation in Belgien, die im Oktober über 12 % erreichte, kommt da einiges zusammen.

Pascal Willaert, Besitzer einer der berühmtesten Pommes Frites Buden in Belgien, der Fritterie Maison Antoine in Brüssel erklärt:

"Der Anstieg der Energiepreise muss zwischen 20 und 25 Prozent berechnet werden. Die Preise für Frittierfett sind um 35 Prozent gestiegen, die für Soßen um 10 Prozent. Und schließlich die Kartoffeln: Da hat sich der Anstieg ungefähr zwischen vier und fünf Prozent bewegt".

Natürlich schlägt sich diese Entwicklung auf den Preis der Fritten selbst nieder. Wer, wie viele Belgier, regelmäßig mindestens einmal pro Woche zur Frittenbude geht, wird das bemerkt haben.

Allerdings ist der Druck auf die Branche groß, die Preise niedrig zu halten. Der Präsident des belgischen Fritterienverbandes, Bernard Lefevre, erläutert:

“Wenn die Tüte Pommes Frites um 20 Cent teurer wird, ist das viel dramatischer, als wenn ihr Geschirrspüler um 160 Euro teurer wird, denn sie haben keine emotionale Bindung zu ihrem Geschirrspüler. Man kauft einfach einen neuen. 

Eine Fritte ist in Belgien viel mehr als nur eine in frittierte Kartoffel. Sie ist Teil unseres täglichen Lebens und wir haben eine emotionale Beziehung zu ihr.”

Noch haben sich die Belgier von ihrer geliebten Gewohnheit nicht abbringen lassen. Und in den Frittenbuden hofft man, dass die Inflation nicht so zunimmt, dass die Leib- und Magenspeise etwa nur noch daheim in der eigenen Fritteuse zubereitet wird.

Journalist • Andreas Rogal

Diesen Artikel teilenKommentare

Zum selben Thema

Preissteigerungen im jüngsten Euroland. Ist die neue Währung schuld?

Inflationsrate im Euroraum im November leicht zurückgegangen

Belgiens Pommes frites leiden unter dem Coronavirus