Letzte Aktivisten verlassen Tunnel unter deutschem Dorf Lützerath

Access to the comments Kommentare
Von euronews
Polizeieinsatz im Rahmen des Protestes gegen die Räumung von Lützerath
Polizeieinsatz im Rahmen des Protestes gegen die Räumung von Lützerath   -   Copyright  Michael Probst/Copyright 2023 The AP. All rights reserved

Fünf Tage nach Beginn der Räumung von Lützerath im deutschen Land Nordrhein-Westfalen haben zwei noch verbliebene Klimaaktivisten einen unterirdischen Tunnel unter der Siedlung verlassen. Das beobachtete ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur.Lützerath-Aktivisten erklärten auf Twitter, dass die beiden den Tunnel "selbst" verlassen hätten.

Im nahegelegenen Tagebau Hambach hingegen hat die Gruppierung „Gegenangriff“ eigener Angabe nach Abbauanlagen besetzt.

Bei den Protestkundgebungen am Wochenende hat es laut Sanitätsdienst der Demonstrationsleitung eine bis zu dreistellige Zahl an Verletzen gegeben, die Polizei meldet mehr als 70 verletzte Einsatzkräfte. Beidseitig werden Gewaltvorwürfe erhoben.

Andreas Müller, Pressesprecher der Polizei Aachen, berichtet: „Wir haben wieder Bewurf erlebt mit Steinen, mit Schlamm. Es kam pyrotechnischen Zündungen, sage ich jetzt mal, innerhalb der Polizeikräfte, beziehungsweise: Man ist beworfen worden mit Pyrotechnik. All das ist nicht mehr im Rahmen des friedlichen Protests. Und all das ist auch nicht mehr im Rahmen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung."

Nach wie vor befinden sich zwei Menschen auf dem Räumungsgelände, sie haben sich in einem Kellergewölbe verschanzt. Lützerath gilt als Symbol des Kampfes für Umweltschutz, für manche geht es aber auch um die Systemfrage.

„Wir stellen keine Forderung an die Regierung und die Politik, weil dieses System immer wieder gezeigt hat, dass es keine nennenswerten Änderungen bringen wird“, so Mara Sauer, Pressesprecherin der Initiative „Lützerath lebt“. „Jetzt sind die Grünen an der Macht und trotzdem haben wir eine Situation, wo unsere Lebensgrundlagen an RWE ausverkauft werden. Und deswegen sagen wir: Dieses System funktioniert nicht, wir brauchen ein anderes“, sagt Sauer.

Bei den Grünen herrscht beim Thema Lützerath Streit: Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck steckte für seine Aussage, Lützerath sei das falsche Symbol, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren, viel Kritik ein. Einen offenen Brief, in dem die Grünen-Basis ein Ende der Räumung von Lützerath fordert, unterzeichneten mehr als 2300 Parteimitglieder.