Teheran will offenbar Zehntausende Verurteilte begnadigen

Exil-Iraner in Frankreich protestieren gegen das Mullah-Regime
Exil-Iraner in Frankreich protestieren gegen das Mullah-Regime Copyright Michel Euler/Copyright 2023 The AP. All rights reserved.
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Von Euronews mit dpa, afp
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Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen sind in den vergangenen Monaten im Iran etwa 20.000 Menschen wegen ihrer Proteste für mehr Freiheit festgenommen worden. Der in Norwegen ansässigen Menschenrechtsgruppe Iran Human Rights zufolge droht mindestens hundert Gefangenen die Todesstrafe.

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Der Iran wird anlässlich eines Nationalfeiertags Zehntausende Verurteilte begnadigen. Es handelt sich dabei auch um Menschen, von denen einige bei den jüngsten Protesten festgenommen wurden.

Irans politische Führung steht seit Ausbruch der landesweiten Demonstrationen Mitte September unter enormem Druck. Mehr als 500 Demonstranten wurden im Rahmen der Proteste getötet, rund 20 000 nach Schätzungen von Menschenrechtlern inhaftiert.

Die Proteste wurden ausgelöst vom Tod einer iranischen Kurdin in Polizeigewahrsam und stürzten Teheran in die schwerste politische Krise seit Jahrzehnten. Die 22-Jährige war vor fast fünf Monaten wegen Verstoßes gegen die islamischen Kleidungsvorschriften festgenommen worden.

Der Schritt erfolgte anlässlich des Jahrestags der Islamischen Revolution von 1979, wie das Staatsfernsehen am Sonntag verkündete. Am 11. Februar feiert die Islamische Republik ihr 44-jähriges Bestehen. 

Im Februar 1979 wurde die Monarchie im Iran nach der Rückkehr Ruhollah Chomeinis aus dem Pariser Exil gestürzt. Die Feierlichkeiten am kommenden Samstag markieren den zehnten Tag nach Chomeinis Ankunft in der Hauptstadt Teheran. Chamenei übernahm 1989 das Amt als politisches und religiöses Oberhaupt. Der 83-Jährige hat in allen strategischen Belangen das letzte Wort.

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