Amoklauf in Hamburg: Tatverdächtiger soll ein Ex-Zeuge Jehovas sein

Der Einsatz an der Straße Deelböge dauerte die ganze Nacht
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Von Euronews mit dpa
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Ausnahmezustand in einem Hamburger Gewerbegebiet: Stundenlang galt nach einem blutigen Amoklauf in einem Gebäude der Zeugen Jehovas eine Gefahrenwarnung für die Bevölkerung. Bei der Suche nach dem Motiv des mutmaßlichen Einzeltäters gibt es noch keine Anhaltspunkte.

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Nach dem Amoklauf bei einer Veranstaltung der Zeugen Jehovas im Hamburger Stadtteil Groß Borstel liegen die Hintergründe der Bluttat im Dunkeln.

Durch die Abgabe mehrerer Schüsse wurden Medienberichten zufolge mindestens acht Menschen getötet. Unter ihnen befindet sich nach Polizeiangaben auch der mutmaßliche Todesschütze. Er soll nach Berichten von Augenzeuginnen und Augenzeugen mehrere Salven an dem Versammlungsort abgefeuert haben. 

Nach Informationen des Magazins "Der Spiegel" handelt es sich bei dem Tatverdächtigen u einen ehemaligen Zeugen Jehovas, der zwischen 30 und 40 Jahre alt sein soll. Der Mann habe eine Pistole als Wafe benutzt und habe eine große Tasche bei sich gehabt.

Der Hamburger Polizeisprecher Holger Vehren sagte in der vergangenen Nacht am Tatort, einem Gewerbegebiet: "Die Polizeibeamten, die dort reingegangen sind,haben dort Personen vorgefunden, die möglicherweise schwer verletzt oder tödlich verletzt worden sind. Die Beamten haben selber noch einen Schuss gehört aus dem oberen Teil des Objektes, sind nach oben gegangen und haben auch dort eine Person aufgefunden."

Bei der leblos aufgefundenen Person im Obergeschoss des Königreichssaals soll es sich um den Täter handeln, der sich offenbar selbst richtete. Mindestens acht Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Die Polizei gab keine Schüsse ab. 

Für die Dauer des Einsatzes war die Bevölkerung aufgefordert, den Tatort an der Straße Deelböge zu meiden. Erst um 3:00 morgens gab die Polizei für den Bereich Entwarnung. Sie geht davon aus, dass es sich um einen Einzeltäter handelte.

Über ein Dutzend Teilnehmer der Veranstaltung, die unverletzt blieben, wurden von Rettungskräften und Seelsorgern betreut. Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher sprach den Angehörigen sein Beileid aus.

Die verkehrsreiche Straße Deelböge mit ihren unterschiedlichen Gewerbebetrieben liegt an der Grenze der Stadtteile Groß Borstel und Alsterdorf, wo auch das Hamburger Polizeipräsidium ansässig ist.

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