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Tausende protestieren in Chisinau gegen Regierung und hohe Gaspreise

Proteste in Chisinau
Proteste in Chisinau Copyright Aurel Obreja/Copyright 2023 The AP. All rights reserved.
Copyright Aurel Obreja/Copyright 2023 The AP. All rights reserved.
Von Euronews mit dpa
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Die Menschen haben Angst, dass der Krieg im Nachbarland Ukraine auf Moldau übergreift.

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In der früheren Sowjetrepublik Moldau haben Tausende Menschen gegen die proeuropäische Regierung und hohe Gaspreise demonstriert. Medien in der Hauptstadt Chisinau berichteten am Sonntag von Handgreiflichkeiten zwischen Protestierenden und der Polizei. Es gab mehr als 50 Festnahmen, wie die Polizei mitteilte.

Viele Moldauer klagen, dass sie ihre Gasrechnungen und Lebenshaltungskosten nicht mehr bezahlen können. Die Proteste zu sozialen Themen hatten im Februar begonnen.

Das Nachrichtenportal Unimedia veröffentlichte Videos und Fotos von der Menschenmenge und von Festnahmen. Die stellvertretende Vorsitzende der Oppositionspartei Sor, Marina Tauber, warf der Polizei Gewalt vor. Sie beklagte auch, dass Zufahrtswege zur Demonstration in der Stadt gesperrt worden seien. Deshalb seien viele an ihrem Demonstrationsrecht gehindert worden.

Wegen einer Bombendrohung wurde zeitweilig auch der Flughafen evakuiert.

Die Kundgebungsteilnehmer forderten die Regierung auf, die Gas-Rechnungen "für die Wintermonate zu bezahlen", wie Tauber sagte.

Zudem seien sie dagegen, dass sich der Krieg in der benachbarten Ukraine auf Moldau ausweite. "Wir sind das Volk", riefen die Demonstranten. Sie werfen der vom Westen unterstützten Regierung Planlosigkeit vor. 

Die Armut hat laut Experten massiv zugenommen. Präsidentin Maia Sandu hatte Russland vorgeworfen, die Lage im Land gezielt zu destabilisieren und einen Umsturz herbeiführen zu wollen.

Unter der von der EU und den USA gestützten Sandu wandte sich Moldau stärker von Russland ab, von dessen Gaslieferungen es abhängig ist.

Viele Moldauer beklagen, dass das früher bezahlbare Gas nun dreimal so viel kostet, weil es über Umwege und sehr teuer eingekauft wird.

Das völlig verarmte Agrarland Moldau ist als Nachbar von EU-Mitglied Rumänien und der Ukraine traditionell hin- und hergerissen zwischen dem Westen und Russland. Russisch ist auch mehr als 30 Jahre nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion eine verbreitete Alltagssprache. Es gibt auch russischsprachige Medien. Zudem kontrolliert Russland die von Moldau abtrünnige Region Transnistrien mit eigenen Soldaten.

Die Polizei gab an, ein von Russland gesteuertes Netzwerk enttarnt zu haben, das die Destabilisierung Moldaus zum Ziel gehabt haben soll. Nach Razzien am Samstagabend seien 25 Männer befragt und sieben festgenommen worden, so Polizeichef Viorel Cernauteanu am Sonntag.

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