Abrechnung im Drogenmilieu: Drei Tote und acht Verletzte bei Schießereien in Marseille

Drogenfahnder im nördlichen Stadtteil von Marseille (am 31. März 2023)
Drogenfahnder im nördlichen Stadtteil von Marseille (am 31. März 2023) Copyright CHRISTOPHE SIMON/AFP
Von Euronews mit DPA/AFP
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Abrechnung im Drogenmilieu: Drei Tote und ach Verletzte bei Schießereien in Marseille

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Die südfranzösische Stadt Marseille ist erneut Schauplatz tödlicher Rivalitäten im Drogenmilieu geworden. In der Nacht auf Montag wurden bei Schießereien drei Männer getötet, acht weitere durch Schüsse verletzt, zwei davon lebensgefährlich, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.

Die Getöteten waren demnach im Alter von 16, 21 und 23 Jahren. Unter den Verletzten befinden sich ein 14- und ein 16-Jähriger. 

Nach dem erneuten Aufflammen der nächtlichen Gewalt kam es am Montag zu einem "weißen Marsch" in Marseille. ANgehörige von Opfern der Bandenkriminalität forderten auf Transparenten "Gerechtigkeit für die Familien - Stoppt die Tötung unserer Kinder".

"Drogen töten, und töten vor allem in Marseille"

An einem der Tatorte wurden über 50 Patronenhülsen und in der Nähe ein ausgebranntes Auto gefunden. Eddy Sid, Sprecher der Polizeigewerkschaft, sagt, die beschossenen Männer hätten versucht zu fliehen und seinen verfolgt worden. "Einige wurden aus nächster Nähe erschossen. Andere versuchten in einem Auto zu fliehen und wurden in ihrem Fahrzeug direkt beschossen."

Polizeipräfektin Frédérique Camilleri sprach von einem Zusammenhang mit dem Drogenhandel. "s gebe einen ausufernden Gebrauch von Schusswaffen durch die Drogendealer, die auch in den Handel verwickelte Jugendliche ins Visier nähmen. "Drogen töten, und töten vor allem in Marseille."

Panik unter den anwesenden Anwohnern

Die ersten beiden Schießereien ereigneten sich gegen Mitternacht in Stadtvierteln im Norden der Stadt, dabei kam es zu Panik unter den anwesenden Anwohnern auf der Straße. Die dritte Schießerei ereignete sich eine Stunde später in der Nähe des Alten Hafens von Marseille.

Bereits am Samstagabend waren in der Stadt bei einer Schießerei in einem Lebensmittelgeschäft vier junge Männer verletzt worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Wegen der Schießereien werde wegen bandenmäßigen Mordes und Mordversuchs ermittelt. Bisher habe kein Zusammenhang zwischen den Taten nachgewiesen werden können.

Drogenbanden dominieren in Frankreichs zweitgrößter Stadt ganze Wohnviertel, regelmäßig gibt es tödliche Abrechnungen. Seit Jahresbeginn wurden dabei bereits 13 Menschen getötet.

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