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Prinz Harry gegen "Daily Mirror": Historischer Showdown vor Gericht in London

Prinz Harry soll in Londoner Bespitzelungsprozess aussagen
Prinz Harry soll in Londoner Bespitzelungsprozess aussagen Copyright AP Photo/Alastair Grant, File
Copyright AP Photo/Alastair Grant, File
Von Euronews mit DPA/AFP
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Der Sohn von König Charles III. wirft der Zeitung vor, ihn jahrelang illegal abgehört und bespitzelt zu haben.

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Prinz Harry soll an diesem Dienstag im Londoner Prozess gegen den Verlag der Boulevardzeitung "Daily Mirror" persönlich als Zeuge aussagen. Erstmals seit mehr als 130 Jahren steht damit ein Mitglied der Royal Family vor einem Gericht im Zeugenstand.

Der Sohn von König Charles III. wirft der Zeitung vor, ihn jahrelang illegal abgehört und bespitzelt zu haben. Rund 150 Artikel mit privaten und intimen Inhalten seien so zustande gekommen, 33 davon werden vor dem Londoner Gericht untersucht.

Der britische Königssohn wehrt sich vor Gericht

Eigentlich war der Herzog von Sussex, der mit seiner Frau Meghhan in Kalifornien lebt, bereits am Montag vor Gericht erwartet worden aber nicht erschienen mit der Begründung, dass der zweite Geburtstag seiner Tochter Lilibet am Sonntag es ihm nicht erlaubt habe, rechtzeitig von Los Angeles aus zu fliegen.

Der leitende Richter Timothy Fancourt reagierte säuerlich über die  Abwesenheit des Royals, was auf einen eher angespannten Schlagabtausch mit Harry schließen lässt. Er kritisierte, Zeugen müssten sich bereits einen Tag vor ihrer Aussage zur Verfügung halten.

Harry muss sich nun im Kreuzverhör den Fragen des Anwalts der Gegenseite stellen. Das Gericht genehmigte dem MGN-Vertreter Andrew Green einen halben Tag mehr für die Befragung. 

"Es gibt kaum etwas, das tabu ist"

Das Verhör könne eine schmerzhafte Erfahrung für Harry werden, sagte der Medienanwalt Matthew Dando der BBC. Es stehe unglaublich viel auf dem Spiel, und die Vorlage von Beweisen sorge für zusätzliche Unsicherheit. Ziel sei, die Glaubwürdigkeit des Zeugen zu untergraben. "Es gibt kaum etwas, das tabu ist. Es könnte in alle Bereiche des persönlichen und privaten Lebens eindringen", so Dando.

Bei dem Verfahren, das bereits im vergangenen Monat vor dem Londoner High Court eröffnet wurde, handelt es sich um eine zivile Sammelklage, die Fälle mehrerer Prominenter werden exemplarisch verhandelt. 

Im Vordergrund steht dabei, wie sehr die Führungsebene des Verlags in die Praktiken verwickelt war. Harrys Anwalt David Sherborne hatte am Montag gesagt, es habe seit der Kindheit keinen Teil im Leben seines Mandanten gegeben, der nicht an die Öffentlichkeit gezerrt worden sei. Dadurch seien Harrys Beziehungen zu Partnerinnen und Freunden zerstört worden.

Sollte Harry an diesem Dienstag tatsächlich zum Prozess erscheienen, wäre es der erste Auftritt eines Mitglieds der Königsfamilie im Zeugenstand seit dem des späteren Eduard VII. im Jahr 1890 in einem Verleumdungsprozess.

Das Verfahren soll bis Ende Juni abgeschlossen sein, das Urteil aber erst später im Jahr verkündet werden. Erhalten Harry und die anderen Prominenten Recht, dürfte ihnen das Gericht Schadenersatz zuerkennen.

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