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Ende eines Traditionsblattes: Wiener Zeitung wird nicht mehr gedruckt

Jubiläumsausgabe der Wiener Zeitung
Jubiläumsausgabe der Wiener Zeitung Copyright JOE KLAMAR/AFP
Copyright JOE KLAMAR/AFP
Von Johannes Pleschberger
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Österreich schafft die älteste noch erscheinende Tageszeitung der Welt ab. Die Wiener Zeitung gehört der Republik und gilt als Qualitätsmedium. Am 30. Juni wird sie zum letzten Mal gedruckt, danach erscheint das Blatt vorrangig Online.

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Österreich schafft die älteste noch erscheinende Tageszeitung der Welt ab. Die Wiener Zeitung gehört der Republik und gilt als Qualitätsmedium. Am 30. Juni wird sie zum letzten Mal gedruckt, danach erscheint das Blatt vorrangig Online. Das Redaktionsteam ist entsetzt, dutzende Kündigungen stehen im Raum.

Judith Belfkih, Co-Chefredakteurin der Wiener Zeitung, sagt: „Die Wiener Zeitung gibt's seit 1703. Wir hätten heuer im Sommer unser 320-jähriges Jubiläum gefeiert. Und diese Zeitung hat einfach sehr sehr viele Dinge begleitet, auch als Zeitzeugin. Der Text der Menschenrechtserklärung wurde hier abgedruckt. Es haben große Persönlichkeiten wie Mozart und Beethoven hier inseriert. Es ist einfach auch ein historisches Bewusstsein, das ich in der Politik vermisse."

Wegfall der Pflichtveröffentlichung

Die Regierung beschloss, die tägliche Printausgabe einzustellen, da eine neue EU-Richtlinie nun die Haupteinnahmequelle der Zeitung einschränkt - die sogenannte Pflichtveröffentlichung.

„Die Pflichtveröffentlichung bedeutet, dass Unternehmerinnen und Unternehmer ihren Jahresabschluss in der Wiener Zeitung veröffentlichen mussten - dafür gezahlt haben - und das wird es in Zukunft in der Form nicht mehr geben - in der Finanzierungsform - und daher musste die Finanzierung verändert werden", so Kurt Egger, Mediensprecher der Österreichischen Volkspartei.

euronews-Mitarbeiter Johannes Pleschberger berichtet: „In den letzten fünf Jahren ist Österreich im Pressefreiheitsindex von Rang 11 auf Rang 29 abgerutscht - nicht nur wegen der schrumpfenden Zahl an Tagesblättern. Es wird auch angeklagt, dass die Regierung gezielt Inserate in Medien finanziert, um die Berichterstattung zu beeinflussen."

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