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Keine Strafe für Wagner-Boss Prigoschin in Russland: Was ist mit falschen Pässen?

Werbe-Poster für Wagner-Gruppe wird in St. Petersburg in Russland entfernt
Werbe-Poster für Wagner-Gruppe wird in St. Petersburg in Russland entfernt Copyright AP/Copyright 2023 The AP. All rights reserved.
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Von Kirsten Ripper mit AP, THE TELEGRAPH, Moscow Times
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Noch immer ist die plötzliche Kehrtwende von Wagner-Chef Prigoschin nicht wirklich geklärt. Wurde die Familie des Unternehmers in St. Petersburg bedroht?

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Tage nach der Absage des Marsches seiner Männer auf Moskau ist weiterhin nicht klar, warum der Chef der Privatarmee Wagner eine so abrupte Kehrtwende vollzogen hat. Auch die Erklärungen des Unternehmers Prigoschin von diesem Montag tragen nicht wirklich zum Verständnis bei.

An diesem Dienstag wurde das Strafverfahren gegen Jewgeni Prigoschin eingestellt. Noch am Vortag war das Gegenteil verbreitet worden. Dabei basierte der gesamte seltsame Deal zwischen dem Wagner-Chef und dem Kreml darauf, dass die Aufständischen nicht strafrechtlich verfolgt würden.

Mit Verweis auf britische Sicherheitskreise schreibt THE TELEGRAPH, dass offenbar Prigoschins Familie in St. Petersburg bedroht wurde. 

Zudem habe der Wagner-Chef eher über 8.000 statt wie vorgegeben über 25.000 Söldner verfügt. Am Freitagabend hatten Wagner-Kämpfer aus der Ukraine kommend zunächst die Stadt Rostow am Don erreicht und waren dann weitestgehend ohne Widerstand in Richtung Moskau gefahren - bis Prigoschin am Samstagabend den Vormarsch stoppte. 

Falsche Pässe, Waffen und Gold bei Prigoschin gefunden

Noch am Samstag wurden die Geschäftsräume von Prigoschins Konzern Konkord in St. Petersburg durchsucht. Danach wurden in russischen Medien Fotos von sieben verschiedenen Pässen - teils mit falschen Namen - sowie von Päckchen mit einer weißen Substanz, Waffen, Goldbarren und Geldern in Millionensummen veröffentlicht. Diese Bilder sind aber am Montag wieder von den meisten Internetseiten der Staatsmedien gelöscht worden.

Prigoschin erklärte, das Geld sei der Lohn für die Wagner-Söldner, der bar ausgezahlt werde.

Anspielungen von Kadyrow zu Prigoschins Familie

Tschetscheniens Präsident Ramsan Kadyrow hatte am Sonntag angedeutet, dass Probleme mit dem Business seiner Familie Prigoschin zum Teil dazu veranlasst haben könnten, "seine hoch riskante Auseinandersetzung mit dem russischen Militär zu beginnen". Das berichtet die MOSCOW TIMES.

Kadyrow und Prigoschin hatten die russische Militärführung wegen ihrer Strategie im Krieg in der Ukraine zunächst gemeinsam kritisiert. Zuletzt hatte sich Kadyrow aber offenbar auf die Seite des russischen Präsidenten gestellt.

"Eine Kette von gescheiterten Geschäftsabschlüssen sorgte für einen anhaltenden Groll in dem Geschäftsmann, der seinen Höhepunkt erreichte, als die Behörden von St. Petersburg [Prigoschins] Tochter ein begehrtes Grundstück nicht gewährten", sagte Kadyrow.

Screenshot
Kadyrows Post auf TelegramScreenshot

Jewgeni Prigoschins Frau Lyobov und die drei erwachsenen Kinder - die Töchter Polina und Veronika sowie Sohn Pawel - sind laut RTVi und laut Financial Times in Unternehmen des Wagner-Boss tätig. FT berichtete auch über das Luxus-Leben der Familie Prigoschin - mit einem riesigen Anwesen und teuren Reitpferden, mit denen eine Tochter auch Wettbewerbe in Italien bestritt.

Auch die Ehefrau und zwei Kinder des Unternehmers sind mit Sanktionen der EU und der USA belegt.

Prigoschins 83-jährige Mutter hatte im Früjahr 2023 vor einem Europäischen Gerichtshof gegen die Sanktionen gegen ihre Person geklagt - und gewonnen.

Viele internationale Beobachtende verweisen auf die Äußerungen, die Jewgeni Prigoschin in den Tagen zuvor in seinen Videos gemacht hatte. Darin stellte der Unternehmer die gesamte Begründung des Krieges des russischen Präsidenten in Frage. Den Krieg gegen das Nachbarland hat Prigoschin, dessen Truppen für ihre besondere Brutalität bekannt sind, aber stets verteidigt.

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