Tötung und Verstümmelung: Kriegsverbrechen an Kindern nehmen zu

Der kleine Junge Igor, 7, hält ein Spielzeuggewehr aus Holz neben zerstörten russischen Militärfahrzeugen in der Nähe von Tschernihiw, Ukraine.
Der kleine Junge Igor, 7, hält ein Spielzeuggewehr aus Holz neben zerstörten russischen Militärfahrzeugen in der Nähe von Tschernihiw, Ukraine. Copyright Evgeniy Maloletka/Copyright 2022 The AP. All rights reserved
Von Diana Resnik
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Laut der unabhängigen Kinderrechtsorganisation "Save the Children" hat die Zahl der Gewalttaten an Kindern im Rahmen von Konflikten weltweit zugenommen. Die häufigste Form an Verbrechen an Kindern im Jahr 2022 waren die Tötung und Verstümmelung.

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Die unabhängige Kinderrechtsorganisation "Save the Children" hat ihren jährlichen Bericht über die Auswirkungen von Kriegen auf Kinder veröffentlicht. Demnach ist die Zahl der Gewalttaten im Rahmen von Konflikten im Jahr 2022 um 13 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

,,Verstöße gegen Kinder nehmen Jahr für Jahr zu"

Die Organisation unterscheidet zwischen verschiedenen Arten der Kinderrechtsverletzung. So gehören die Tötung, Verstümmelung, Entführung und sexuelle Gewalt, Rekrutierung für bewaffnete Gruppen und Angriffe auf Schulen und Krankenhäuser zu den schlimmsten Verbrechen gegen Kinder in Konflikten. 

Die Geschäftsführerin von "Save the Children International", Inger Ashing, sagte: ,,Es ist eine schreckliche Zeit, ein Kind im Krieg zu sein. Die globalen Normen, die zum Schutz der Kinder und ihrer Rechte aufgestellt wurden, zerbröckeln. Die Trends gehen alle in die falsche Richtung – die Verstöße gegen Kinder nehmen Jahr für Jahr zu.“

Tötung und Verstümmelung sind die häufigsten Formen der Verbrechen an Kindern

Die häufigste Form an Verbrechen an Kindern im Jahr 2022 waren die Tötung und Verstümmelung. Nach Angaben der Organisation wuchsen 2022 468 Millionen Kinder in Konfliktgebieten auf. Damit lebte 2022 jedes sechste Kind auf der Welt in einem Konfliktgebiet. Die Zahl der Kinder, die in Konfliktgebieten leben, ist trotz Schwankungen über die Jahre insgesamt angestiegen. 2022 betrug der Anstieg 2,8 Prozent gegenüber 2021.

In der Ukraine war die Zahl der getöteten und verstümmelten Kinder im Jahr 2022 am höchsten. Dort wurden 477 Kinder getötet und 909 Kinder verstümmelt. Auch in Gaza, wo Krankenhäuser zu Schlachtfeldern wurden, sind in Folge des Krieges mit Israel insgesamt 1.134 Kinder getötet oder verstümmelt worden.

Streitkräfte und bewaffnete Gruppen rekrutieren Kinder in Kriegsgebieten

Neben der Tötung und Verstümmelung gibt es aber auch Fälle von Rekrutierung von Kindern durch Streitkräfte und bewaffnete Gruppen. 2022 stieg der Einsatz von Kindern gegenüber 2021 um ganze 20 Prozent auf 7.610 Fälle an. Die Mehrheit der rekrutierten Kinder sind Jungen. Sie machen mehr als 87 % der gemeldeten Fälle aus. Es gibt jedoch einen wachsenden Anteil an rekrutierten Mädchen, zum Beispiel in der Zentralafrikanischen Republik und in Somalia.

Doch auch die Zahl der dokumentierten Angriffe auf Schulen und Krankenhäuser stieg drastisch an. Während 2021 insgesamt 1.323 Angriffe dokumentiert wurden, stiegt die Zahl der Angriffe 2022 um 74 Prozent auf 2.308.

Forschungsprofessorin am Friedensforschungsinstitut Oslo, Gudrun Østby, rief die internationale Gemeinschaft dazu auf, alles in ihrer Macht stehende zu tun, ,,um Druck auf die Kriegsparteien auszuüben, damit sie sich an das Völkerrecht halten und die Kinder schützen.“

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