Krieg in Gaza: Der Hunger treibt die Menschen an ihre Grenzen

Jordanien sicherte den Menschen in Gaza weiterhin humanitäre Hilfe und medizinische Versorgung zu.
Jordanien sicherte den Menschen in Gaza weiterhin humanitäre Hilfe und medizinische Versorgung zu. Copyright Hatem Ali/Copyright 2024 The AP. All rights reserved.
Von Diana Resnik mit AP
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Jordanien hat Gaza humanitäre Hilfe zugesichert. Denn die Menschen im Gazastreifen haben nichts zu essen. Deshalb kochen sie Malve, ein Unkraut. Doch die Suche nach der Wildpflanze ist hoch gefährlich.

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Der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas hat sich mit dem jordanischen König Abdullah dem II. in Amman getroffen, um über den Krieg in Gaza zu sprechen. Im Zentrum der Gespräche stand ein sofortiger und dauerhafter Waffenstillstand. König Abdullah warnte vor der Fortsetzung der Kriegshandlungen während des Ramadan. Er sicherte den Menschen in Gaza weiterhin humanitäre Hilfe und medizinische Versorgung zu.

In Gaza herrscht weiterhin Lebensmittelknappheit. Die Hilfslieferungen sind aufgrund des Krieges zurückgegangen. Um ihre Familien zu ernähren, sind die Menschen auf ein Unkraut namens Malve angewiesen. Medienberichten zufolge sei zuletzt ein zwei Monate altes Säuglingskind im nördlichen Gazastreifen an Hunger gestorben. Auf X, ehemals Twitter, schrieb das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA), dass eins von sechs Kindern im Norden Gazas schwer unterernährt sei. 

Die UNRWA warnte vor Unterernährung bei Kindern in Gaza und apellierte für mehr humanitäre Hilfslieferungen.

"Die Menschen hungern, und es gibt nichts außer dieser gewöhnlichen Malve", sagte der Marktverkäufer Um Ayad.

Nahrungssuche wird in Gaza zum gefährlichen Unterfangen

Doch die Suche nach der Wildpflanze ist hoch gefährlich. Eine Mutter aus Dschabaliya erklärte, in welche Gefahr sich die Menschen begeben, nur um die Wildpflanze zu bekommen.

"Es gibt keinen Abstand zwischen uns und den Panzern. Wir bringen unser Leben in Gefahr, aber was können wir tun? Wir müssen unsere Kinder ernähren. Wir haben Kinder, die essen wollen", sagte Um Youssef Awadiyeh. 

Kaum sauberes Wasser und Zunahme von Krankheiten

Die Menschen im Gazastreifen haben kaum Zugang zu sauberem Wasser und Medikamenten. Das UN-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge hat mitgeteilt, dass die Flüchtlingslager im Gazastreifen stark überfüllt sind. "Sauberes Wasser ist knapp. Abfälle häufen sich an. Die Ausbreitung von Krankheiten nimmt zu", schrieb das Hilfswerk in einem Beitrag auf X.

Das UN-Hilfswerk berichtete von überfüllten Flüchtlingsunterkünften in Gaza.

Säuglinge teilen sich Brutkästen

Aufgrund der hohen Zahl vertriebener Menschen sind die Krankenhäuser in Gaza überfüllt. In einem Krankenhaus in der südlichen Stadt Rafah mussten sich bis zu vier Säuglinge einen Brutkasten teilen. Dies hätte zur Verbreitung von Krankheiten geführt, sagte eine Ärztin des Krankenhauses, Dr. Amal Ismail.

Rafah blieb als einzige Stadt in Gaza von israelischen Angriffen weitestgehend verschont. Doch nun ist sie nicht mehr sicher. Bei der letzten Geiselbefreiung in Rafah sind 69 Menschen getötet worden. 

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