Gaza: Mehrere Länder nehmen UNRWA-Finanzierung wieder auf

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Von Verena SchadEuronews
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Die USA gehen die logistische und militärische Herausforderung an, den geplanten schwimmenden Hafen für den Gazastreifen zu bauen. Das erstes US-Schiff mit Ausrüstung ist unterwegs, in zwei Monaten soll der Pier fertig sein.

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Kanada und Schweden wollen trotz der weiter andauernden Untersuchung von Terror-Vorwürfen gegen Mitarbeiter des UN-Palästinenserhilfswerks (UNRWA) ihre Finanzierung wieder aufnehmen. Erst am Vortag hatte Spanien die gleiche Entscheidung getroffen, angesichts der katastrophalen humanitären Lage in Gaza

Das israelische Außenministerium bezeichnete die Entscheidung der Länder als "schweren Fehler", die Menschen im Gazastreifen weiter über diese Organisation zu unterstützen. Anfang der Woche hatte Armee-Sprecher Hagari behauptet, dass es "über 450 UNWRA-Mitarbeiter oder Militärangehörige in Terrorgruppen in Gaza" gebe.

Das UN-Palästinenserhilfswerk ist eines der wichtigsten Institutionen, die palästinensischen Flüchtlingen Hilfe aller Art leisten. Doch Anfang des Jahres hatten viele Länder ihre Unterstützung eingestellt, als UNRWA-Mitarbeiter beschuldigt wurden, an den Angriffen der Hamas auf Israel am 7. Oktober beteiligt gewesen zu sein. 

Auch die EU hatte bereits vor Kanada, Schweden und Spanien angekündigt, das UNRWA weiter finanzieren zu wollen.  

Bau eines Gaza-Hafens: Erstes US-Schiff mit Ausrüstung für geplanten Gaza-Pier unterwegs

Die israelische Armee hat sich bereiterklärt, zusammen mit den USA den Bau eines provisorischen Hafens an der Mittelmeerküste des Gazastreifens zu koordinieren. Auf diese Weise soll auf dem Seeweg mehr humanitäre Hilfe in die Enklave gelagen. Auch Deutschland will an dem geplanten Hilfskorridor auf dem Seeweg teilnehmen.

Die USA gehen die logistische und militärische Herausforderung an und haben das erste Schiff mit Ausrüstung losgeschickt.  1.000 Soldaten sollen daran arbeiten, in nur zwei Monaten soll der Pier stehen. Die provisorische Anlegestelle soll große Schiffe aufnehmen können. 

US-Präsident Joe Biden hatte das Großprojekt angekündigt, um die Hilfsgüterlieferungen in den Gazastreifen massiv zu erhöhen.

Sánchez will Spaniens Anerkennung des Staats Palästina

Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez sagte am Samstag, er werde dem Parlament vorschlagen, den Staat Palästina anzuerkennen, um so die "Zwei-Staaten-Lösung" weiter zu fördern.

Am Samstag soll die israelische Armee erneut Ziele im südlichen Teil des Gazastreifens angegriffen haben. Nach Angaben der Hamas-kontrollierten Behörden wurden dabei mindestens 85 Palästinenser getötet, darunter mindestens 13 in einem Flüchtlingslager zwischen Chan Yunis und Rafah. Die israelische Armee meldete ihrerseits 30 getötete palästinensische Kämpfer im Zentrum des Gazastreifens und in Chan Yunis.

Nach Angaben der von der islamischen Hamas kontrollieren Gesundheitsbehörde im Gazastreifen ist die Zahl der getöteten Menschen seit Kriegsbeginn auf 31.045 gestiegen. 72.654 Palästinenser seien zudem verletzt worden, teilte die Behörde mit.

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