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Yanis Varoufakis warnt: Kapitalismus ist bereits am Ende

Yanis Varoufakis, Wirtschaftswissenschaftler und ehemaliger griechischer Finanzminister, spricht während einer Pressekonferenz am ersten Tag des Web Summit Qatar 2026 in Doha, 2. Februar 2026
Yanis Varoufakis, Wirtschaftswissenschaftler und ehemaliger griechischer Finanzminister, spricht während einer Pressekonferenz am ersten Tag des Web Summit Qatar 2026 in Doha, 2. Februar 2026 Copyright  Courtesy of Web Summit Qatar
Copyright Courtesy of Web Summit Qatar
Von Aadel Haleem
Zuerst veröffentlicht am
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Nach seiner Podiumsdiskussion auf dem Web Summit Qatar warnte der ehemalige griechische Finanzminister Yanis Varoufakis im Gespräch mit Euronews vor einer neuen Finanzkrise wie 2008, ausgelöst durch den Aufstieg von Stablecoins und mächtigen Tech-Plattformen.

Der Kapitalismus ist bereits am Ende, und die Welt befindet sich laut dem ehemaligen griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis in einer neuen Ära des „Techno-Feudalismus“, in der große Tech-Konzerne eine beispiellose Macht über das menschliche Verhalten ausüben.

Im Gespräch mit Euronews nach seiner Podiumsdiskussion auf dem Web Summit in Katar, bei der er eine deutliche Warnung über den Zustand der Weltwirtschaft aussprach, erklärte Varoufakis, dass Debatten über den Kapitalismus am eigentlichen Problem vorbeigehen.

„Der Kapitalismus ist bereits am Ende – und wir merken es nicht einmal“, betonte er.

Besonders das Wachstum von Stablecoins verändere das Finanzsystem auf riskante Weise. „(US-Präsident) Donald Trump hat mit dem Genius Act den amerikanischen Dollar privatisiert. Er hat die Federal Reserve geschwächt und die Befugnisse auf private Unternehmen verlagert, die im Grunde eine Lizenz zum Drucken von Dollars besitzen“, sagte Varoufakis.

Er warnte, dass dies eine gefährliche Rückkopplung zwischen öffentlichen Schulden und privater Währung schaffe. „Das ist ein Rezept für das nächste 2008“, fügte er hinzu, und wies darauf hin, dass in den kommenden Monaten Billionen von Dollar in Stablecoins umgewandelt werden könnten – ein enormer systemischer Risikofaktor.

Varoufakis betonte auch, dass moderne Plattformen keine Waren produzieren, sondern Verhalten formen und Märkte simulieren. „Wer diese Macht besitzt, kann dich lenken, trainieren, dein Vertrauen gewinnen und dir Wünsche einflößen. Das ist nicht mehr der Kapitalismus. Willkommen im Techno-Feudalismus“, sagte er.

Ein weiterer Punkt sei die wachsende Ungleichheit, die nun zunehmend durch den Besitz von sogenanntem Cloud-Kapital bestimmt werde. „Die zentrale Frage lautet: Wem gehören die Maschinen, die unser Verhalten verändern können?“ erklärte er.

Um die wirtschaftliche Macht wieder ins Gleichgewicht zu bringen, fordert Varoufakis eine Demokratisierung der Zentralbanken. „Jeder sollte ein Konto bei der Zentralbank haben können – so wie JP Morgan oder die Bank of America. Geld sollte ein Allgemeingut sein, kein Privileg“, sagte er.

Obwohl die Technologie dafür vorhanden sei, stoße ein solches Vorhaben auf erheblichen politischen Widerstand, da es den Einfluss von Finanzinstituten und großen Technologieunternehmen einschränken würde, schloss der griechische Wirtschaftswissenschaftler.

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