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Solarstrom erreicht Rekord: 25 Prozent des EU-Stroms, Deutschland, Spanien und Polen vorn

Europäische Union, 2025, lizenziert unter CC BY 4.0
Europäische Union, 2025, lizenziert unter CC BY 4.0 Copyright  A solar panel installation above a cereal crop at a farm in Picardy France
Copyright A solar panel installation above a cereal crop at a farm in Picardy France
Von Ruth Wright
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Solarenergie lag klar vor Kohle, Gas, Atomkraft sowie Wind- und Wasserkraft und war damit wichtigste Stromquelle im betrachteten Zeitraum.

Im Juni hat Solarstrom erstmals ein Viertel des in der EU erzeugten Stroms gedeckt.

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Photovoltaik-Anlagen erzeugten im Juni 2026 in der EU einen Rekordwert von 52 TWh Strom und kamen damit auf 25 Prozent der Monatsproduktion. Damit übertraf Solar den bisherigen Höchstwert von 47 TWh (23 Prozent) aus dem Mai 2026.

Solar war damit im Juni die wichtigste einzelne Stromquelle in der EU – vor Atomkraft (21 Prozent), Gas (15 Prozent), Wind (14 Prozent) und Wasserkraft (12 Prozent). Kohle steuerte nur noch 8 Prozent bei. Es ist erst der dritte Monat, in dem Solarenergie die größte Stromquelle der EU ist – nach Juni 2025 und Mai 2026.

„Der Aufstieg der Solarenergie ist geradezu rasant und übertrifft eine Prognose nach der anderen“, sagt Chris Rosslowe, Senior-Analyst beim Thinktank Ember, der die Daten ausgewertet hat. „In nur wenigen Jahren ist Solar von einem Randakteur zu einem zentralen Baustein des europäischen Stromsystems geworden. Regierungen und Bürgerinnen und Bürger suchen nach heimischen Energiequellen, die günstig sind und sich schnell installieren lassen.“

Im Juni 2021 deckte Solarstrom erst zehn Prozent der EU-Stromerzeugung, rund 21 TWh.

Monatliche Stromerzeugung aus Solarenergie in der EU
Monatliche Stromerzeugung aus Solarenergie in der EU Ember

Solarstrom: günstig und schnell installiert

Zwischen 2021 und 2025 wuchs die installierte Solarleistung in der EU jährlich um mehr als ein Fünftel – schneller als jede andere Stromquelle. Haupttreiber ist das hohe Tempo beim Ausbau: Allein 2025 kamen 65,1 GW neue Kapazität hinzu.

Der Produktionsrekord im Juni fiel in eine Phase erhöhter Sommernachfrage. Ein Teil davon ging auf den zusätzlichen Kühlbedarf durch rekordbrechende Hitzewellen zurück. Solarstrom stabilisierte die Versorgung, während andere Kraftwerke bei Hitze und Flaute an ihre Grenzen kamen.

Spanien treibt Europas Ökostrom-Revolution an

Das Wachstum der Solarenergie zeigt sich in fast allen Mitgliedstaaten. Im bisherigen Jahr 2026 haben 18 EU-Länder neue Monatsrekorde beim Solaranteil am Strommix erreicht.

In Spanien lieferte Solarstrom im Juni 2026 erstmals mehr als ein Drittel der Elektrizität, genau 34 Prozent. Möglich wurde das durch massive Investitionen in saubere Energie. Seit 2019 hat das Land seine Wind- und Solarkapazität verdoppelt und mehr als 40 GW zugebaut – mehr als jedes andere EU-Land außer Deutschland, dessen Strommarkt doppelt so groß ist wie der Spaniens.

Davon profitieren die Verbraucherinnen und Verbraucher. In Spanien sind die Stromrechnungen gesunken, während sie in vielen anderen Ländern seit der Energiekrise infolge des Ausbruchs des Iran-Kriegs steigen. Laut Ember sparen spanische Haushalte seit der faktischen Schließung der Straße von Hormus im März im Schnitt 10 Euro pro Monat bei der Stromrechnung.

Im August 2025 kamen in Spanien überhaupt keine Kohlekraftwerke mehr zum Einsatz. Vor nur zehn Jahren deckte Kohle noch ein Viertel des Strombedarfs.

Das zeigt, wie schnell Länder ihre Energiequellen umstellen können – wenn sie es wollen. „Man braucht nicht die spanische Sonne, um das zu erreichen, was Spanien geschafft hat. Jedes europäische Land könnte seine eigenen Wind- und Solarressourcen besser nutzen und so die Abhängigkeit von teurem Gas verringern“, sagt Rosslowe.

Für die Emissionen sind diese Entwicklungen ebenfalls ein Gewinn. 2025 stammten nur 25 Prozent des spanischen Stroms aus fossilen Quellen. Die Pro-Kopf-Emissionen lagen mit 0,9 Tonnen CO2-Äquivalent unter dem EU-Durchschnitt von 1,3 Tonnen CO2e.

Balkon-Solar boomt in Deutschland

In Deutschland lieferte Solarstrom im Mai erstmals mehr als ein Drittel des Stroms, 33 Prozent, und steigerte den Anteil im Juni auf 36 Prozent.

In Deutschland steht Europas größter Solarpark in Betrieb; auf einem ehemaligen Tagebau erstrecken sich Module über mehr als 500 Hektar. Gleichzeitig entdecken viele Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, mit Solarstrom ihre Energiekosten zu senken.

Häufig werden auf Balkonen, Terrassen oder Garagen- und Schuppendächern Steckersolar-Anlagen montiert. Sie bestehen aus kleinen Modulen, die sich an Außenwände oder Geländer befestigen lassen. In vielen europäischen Ländern gibt es sie im Supermarkt oder im Online-Handel zu kaufen. Zwischen 2022 und 2025 wurden in Deutschland mehr als eine Million solcher Sets installiert.

Der Strom aus Steckersolar-Anlagen lässt sich direkt über eine normale Steckdose nutzen – ähnlich wie bei einem Handy-Ladegerät – und kommt ohne Installationskosten aus.

Fachleute gehen davon aus, dass sich die Anschaffungskosten im Schnitt nach zwei bis sechs Jahren amortisieren – je nach Preis, Größe und Standort der Anlage. Danach senkt Balkon-Solar dauerhaft den Strombezug aus dem Netz und damit die Rechnung.

Die Preise für Balkonmodule haben sich in Deutschland in den vergangenen Jahren halbiert. Kleine Anlagen kosten inzwischen rund 200 Euro.

Zusätzliche Einsparungen sind möglich, wenn Verbraucherinnen und Verbraucher eine Batterie anschließen und den erzeugten Strom speichern. Solar liefert nur bei Sonnenschein Energie, also vor allem tagsüber. In dieser Zeit ist der Bedarf aber oft geringer, weil viele Menschen wegen Arbeit oder Schule nicht zu Hause sind. Abends, wenn die Module keinen Strom mehr produzieren, steigt der Verbrauch, sobald alle wieder heimkommen.

Batteriespeicher können das Auf und Ab von Angebot und Nachfrage in Deutschland abfedern. Sie speichern Solarstrom vom Tag und stellen ihn Haushalten am Abend zur Verfügung. So geht weniger Tagesproduktion verloren, und das Netz wird entlastet.

Polen löst sich von der Kohle

Polen gewann im Juni fast ein Viertel seines Stroms aus Solarenergie, insgesamt 24 Prozent. Obwohl das Land zu den größten Kohleverbrauchern der EU gehört, zählt es heute zu den Märkten mit dem schnellsten Solarwachstum.

Im Juni 2025 erreichte Polen einen wichtigen Wendepunkt: Erstmals lieferten Erneuerbare mehr Strom als Kohle. Laut Thinktank Energy Forum kamen 44,1 Prozent der Elektrizität aus erneuerbaren Quellen, während Stein- und Braunkohle 43,7 Prozent beitrugen.

2025 waren in Polen 23 GW Photovoltaikleistung installiert. Vor nur fünf Jahren lagen die Kapazitäten erst bei 2 GW.

Eine zentrale Aufgabe für Polen bleibt, Hürden abzubauen, die die Energiewende bremsen. „Der Ausbau der Windenergie an Land wurde 2016 von der Regierung nahezu komplett gestoppt und erst vor zwei Jahren durch gelockerte Regeln wieder ermöglicht. Noch immer ist das Wachstum sehr begrenzt“, erläutert Dr. Maria Niewierko vom Energy Forum.

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