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Tokio: Angestellte sollen kurze Hosen tragen, um bei Klimaanlage zu sparen

Das Foto vom 31. Juli 2019 zeigt Pendlerinnen und Pendler in einem überfüllten Zug während des morgendlichen Berufsverkehrs am Bahnhof Kiba in Tokio.
Foto vom 31. Juli 2019: Durch das Fenster eines überfüllten Zuges an der Station Kiba in Tokio blicken Pendlerinnen und Pendler in der morgendlichen Rushhour. Copyright  AP Photo/Jae C. Hong
Copyright AP Photo/Jae C. Hong
Von Ruth Wright mit AFP
Zuerst veröffentlicht am
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In Japan sorgt die Frage für Streit, ob Shorts im Büro gehen. Viele Angestellte müssen weiterhin Anzug tragen; einigen gelten behaarte Beine als unansehnlich.

An einem heißen, schwülen Tag in Tokio nahm der Angestellte der Stadtverwaltung, Noboru Watanabe, all seinen Mut zusammen und kam in Shorts zur Arbeit. Das ist ein ungewöhnlicher Anblick in einem Land, in dem formelle Businesskleidung noch immer die Regel ist.

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Die gelockerte Kleiderordnung, vor allem für Männer, kommt zu einer Zeit, in der Japans Büros ihren Einsatz von Klimaanlagen reduzieren wollen. Grund sind die hohen Energiekosten infolge des Kriegs im Nahen Osten.

Am Dienstag, als die Temperaturen in der Hauptstadt auf etwa 34 Grad stiegen, tauschten in Watanabes Dienststelle mindestens fünf mutige Kollegen ihre Anzüge gegen Shorts.

Der 50-Jährige sagte der Nachrichtenagentur AFP, er habe es anfangs als „peinlich“ empfunden, im Büro seine Beine zu zeigen.

„Aber wenn man sie einmal trägt, merkt man, wie bequem sie sind“, sagte er.

Wenn es nötig ist, kombiniert er die Shorts mit einem formellen Hemd. Das fühle sich jedoch „sehr warm“ an, räumte er ein.

„Cool Biz“-Kampagne: Büroangestellte legen im Sommer den Anzug ab

Tokios Gouverneurin Yuriko Koike kündigte die Shorts-Initiative in diesem Frühjahr an. Sie verwies auf eine „angespannte Perspektive für die Stromversorgung“.

Sie ist Teil einer erweiterten Version von „Cool Biz“. Die Energiesparkampagne animiert Beamte, im Sommer auf Krawatte und Jackett zu verzichten. Koike hatte sie 2005 ins Leben gerufen, damals als Umweltministerin.

„Wir fördern eine ‚coole‘ Kleidung, bei der Bequemlichkeit Vorrang hat, etwa Polohemden, T-Shirts und Turnschuhe und, je nach Aufgabenbereich, auch Shorts“, sagte sie im April vor Journalistinnen und Journalisten.

Japans Büroangestellte: meist Anzugpflicht

Die Regelung weckt bei anderen Beschäftigten in Tokio etwas Neid. Takayuki Deguchi, 30 Jahre alt und Mitarbeiter einer Marketingfirma, in der weiterhin Anzugspflicht herrscht, findet die Initiative großartig. „Ich finde es sehr flexibel, Shorts zu erlauben, mit denen man seine Körpertemperatur besser steuern kann, wenn es so heiß ist“, sagte Deguchi der AFP.

Im Netz löste die Kampagne allerdings auch Debatten aus. Viele diskutieren, ob Shorts als passende Arbeitskleidung gelten.

Die 52-jährige Maklerin Sachie Koike hat nichts dagegen, wenn Männer im Sommer Krawatte oder Sakko weglassen. Shorts gehen ihr jedoch zu weit. „Für mich gehören sie zu einem freien Tag“, sagte Koike.

„Ich finde einfach, behaarte Beine sehen am Arbeitsplatz nicht besonders gepflegt aus“, fügte sie hinzu.

Japan: Sommer 2025 der bisher heißeste seit Messbeginn

Im vergangenen Jahr erlebte Japan den heißesten Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1898, wie die nationale Wetterbehörde mitteilte.

Temperaturen von 40 Grad und mehr sind inzwischen so häufig, dass die Behörde im April eine offizielle Bezeichnung für diese Extremwettertage eingeführt hat. Sie nennt sie „grausam heiße“, auf Japanisch „kokusho“, Tage.

Die vom Menschen verursachte Klimakrise sorgt dafür, dass extremes Wetter häufiger, länger und intensiver auftritt.

Der 38-jährige Angestellte der Stadt Tokio, Takuya Ozawa, sagte der AFP, die Heimfahrt in langen Hosen sei besonders heiß. „In Shorts ist es dagegen angenehm kühl.“

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