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Jaguar Land Rover streicht weltweit 4.000 Stellen, um Kosten zu senken

ARCHIV: Ein Mitarbeiter poliert das Jaguar-Logo an einem Auto in einem Jaguar-Autohaus in London, Mittwoch, 28. September 2016.
ARCHIV: Ein Mitarbeiter poliert das Jaguar-Logo an einem Auto in einem Jaguar-Autohaus in London, Mittwoch, 28. September 2016. Copyright  AP Photo/Frank Austin, File
Copyright AP Photo/Frank Austin, File
Von Doloresz Katanich
Zuerst veröffentlicht am
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JLR will in den kommenden zwei Jahren weltweit rund 4.000 Stellen streichen, um seine Strukturen zu verschlanken und 1,7 Milliarden Pfund (2 Milliarden Euro) einzusparen.

Großbritanniens größter Autohersteller will in den kommenden zwei Jahren weltweit fast jede zehnte Stelle abbauen.

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Jaguar Land Rover (JLR) will weltweit rund 4.000 Jobs streichen. Das ist Teil eines Plans, die Kosten zu senken und die Finanzen zu stärken, teilte das Unternehmen am Montag mit.

Der Konzern, der weltweit rund 43.000 Menschen beschäftigt, kündigte an, dass sich das freiwillige Abbauprogramm vor allem auf Angestellte und Managementpositionen konzentrieren soll, nicht auf direkte Produktionsarbeitsplätze.

„Die Autoindustrie steht vor erheblichen Herausforderungen: technologischer Wandel, intensiver Wettbewerb und anhaltende geopolitische Unsicherheit“, sagte Vorstandschef PB Balaji in einer Mitteilung.

Laut JLR sollen die Einsparungen helfen, die Zahl der Fahrzeuge zu senken, die zur Gewinnschwelle verkauft werden müssen – auf rund 300.000 pro Jahr.

In den nächsten fünf Jahren will der Konzern zwischen 15 und 18 Milliarden Pfund (17,3 bis 20,8 Milliarden Euro) in Elektromobilität, digitale Technologien, moderne Produktion und Kundenerlebnis investieren.

Außerdem plant JLR, in den kommenden zwölf Monaten fünf neue Produkte auf den Markt zu bringen und den Fokus wieder stärker auf Nordamerika zu richten, um ein Umsatzwachstum im zweistelligen Bereich zu erreichen.

„Diese Maßnahmen werden helfen, ein stärkeres und wettbewerbsfähigeres JLR für alle unsere Stakeholder aufzubauen“, sagte Balaji.

Gewinn und Absatz unter Druck

JLR, Hersteller der Modelle Range Rover, Discovery und Jaguar, leidet unter schwächerem Absatz, Lieferproblemen, US-Zöllen und den Folgen eines Cyberangriffs im vergangenen Jahr.

Der Umsatz sank im Jahresvergleich in den drei Monaten bis Ende Juni um 9,6 Prozent auf sechs Milliarden Pfund (6,9 Milliarden Euro), die Auslieferungen an den Handel gingen um 9,2 Prozent zurück.

Der Vorsteuergewinn ohne Sondereffekte brach um 68,9 Prozent auf 109 Millionen Pfund (126 Millionen Euro) ein, wie aus den jüngsten Geschäftszahlen hervorgeht.

JLR führte den Rückgang teilweise auf Engpässe in der Versorgungskette, Störungen im Zusammenhang mit dem Konflikt im Nahen Osten und die geplante Ausmusterung älterer Jaguar-Modelle zurück.

Der Konzern sieht sich zudem wachsendem Wettbewerb durch chinesische Hersteller gegenüber, da die globale Autoindustrie auf Elektrofahrzeuge umstellt. In der Mitteilung zu den Stellenstreichungen werden chinesische Rivalen allerdings nicht als direkter Auslöser genannt, stattdessen ist allgemein von „intensivem Wettbewerb“ die Rede.

Nach einem Handelsabkommen zwischen Großbritannien und den Vereinigten Staaten unterliegen die ersten 100.000 in Großbritannien gefertigten Autos, die jedes Jahr in die USA exportiert werden, einem Zollsatz von zehn Prozent. Fahrzeuge, die diese Quote übersteigen, werden mit dem höheren US-Zoll belegt.

Die Abläufe von JLR wurden zudem durch einen schweren Cyberangriff im Jahr 2025 gestört, der das Unternehmen zwang, die Produktion in seinen britischen Werken für mehrere Wochen auszusetzen.

Der Konzern gehört Indiens Tata Motors und produziert den Großteil seiner Fahrzeuge in Werken in Großbritannien. Dort beschäftigt JLR rund 34.000 Menschen, und der Großteil der Stellenstreichungen dürfte auf die britischen Standorte entfallen, auch wenn das Unternehmen bisher nicht offengelegt hat, wie sich der Abbau auf die einzelnen Länder verteilt.

Regierung in London schließt Rettungspaket aus

Die Ankündigung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Finanzminister John Healey Pläne vorlegt, um Großbritanniens schwächelnde Wirtschaft anzukurbeln und Unternehmen bei steigenden Kosten zu unterstützen.

Das Büro von Premierminister Andy Burnham erklärte am Montag, die Marktbedingungen seien für die Autobranche weltweit schwierig. Die britische Regierung werde dennoch kein Rettungspaket für Jaguar Land Rover prüfen.

Die Kürzungen sind Teil eines umfassenden Umbruchs in der europäischen Autoindustrie. Die Hersteller kämpfen mit schwächerer Nachfrage, höheren Kosten, US-Zöllen und wachsender Konkurrenz aus China.

In der vergangenen Woche hat sich Volkswagen mit den Gewerkschaften darauf geeinigt, bis Ende des Jahrzehnts weitere 50.000 Stellen abzubauen und erhöht damit den geplanten Personalabbau auf insgesamt rund 100.000 Jobs. Der deutsche Konzern will zudem seine Modellpalette bis 2035 halbieren und prüft im Rahmen seines „Future Plan 2030“ alternative Nutzungskonzepte für vier deutsche Werke.

Weitere Quellen • AP

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